Afghanen haben Sex mit Männern, ohne schwul sein zu wollen

Symbolbild - koldo/Flickr - CC BY-NC-ND 2.0

Für betretenes Schweigen in US-Militärkreise sorgt eine Studie über den afghanischen Stamm der Paschtunen, die den Süden und Osten des Landes bewohnen. Zweck der Studie sollte es sein, den NATO-Truppen ein besseres kulturelles Verständnis der Paschtunen zu ermöglichen. Doch deren sexuellen Gepflogenheiten waren für die Militärs schwer zu verstehen – die Studie ist noch immer unter Verschluss.

Allerdings wurde das Papier dem konservativen US-Nachrichtenkanal „Fox News“ zugespielt – und er zitiert genüsslich daraus. Kurz zusammengefasst steht dort: Männliche Paschtunen haben Sex mit anderen Männern, fühlen sich auch körperlich von ihnen angezogen, haben sexuelle Beziehungen mit Burschen und verabscheuen Frauen als „unrein“, lehnen die Bezeichnung „homosexuell“ für ihr Verhalten aber strikt ab.

So haben US-Armeeärzte eine Gruppe an Übersetzern wegen einem Tripper im Analbereich behandelt. Diese wollten nicht glauben, dass sie ihn sich beim Sex geholt hätten – und betonten heftig, nicht homosexuell zu sein. Sie waren davon überzeugt, sich die Geschlechtskrankheit geholt zu haben, weil sie grünen und schwarzen Tee gemischt getrunken haben – bis heute. Weil sie die Erklärungen der Ärzte ignoriert haben, sind etliche von ihnen wieder an Tripper erkrankt.

Für die Paschtunen ist Sex zwischen Männern sogar durch den Koran gedeckt. Sie interpretieren das Verbot von Homosexualität so, dass man einen anderen Mann nicht lieben darf, aber sehr wohl Sex mit ihm haben kann.

Zu Frauen haben männliche Paschtunen ein sehr gespanntes Verhältnis. Als eine US-Ärztin einem Mann erklärte, wie Kinder gezeugt werden, zweifelte dieser angeekelt: „Wie kann man eine Frau begehren, die Gott unrein geschaffen hat, wenn man mit einem Mann zusammensein kann, der rein ist. Das ist sicher falsch!“

Besonders dramatisch: Die Studie berichtet auch über eine Praxis namens „Bacha Bazi“, zu Deutsch „Kinderspiel“, bei der gut situierte Männer sich minderjährige Burschen als rechtlose Sex-Skalven halten. Diese müssen in Frauenkleidern vor einer Gruppe von Männern tanzen und werden dann vergewaltigt. Dazu passt auch ein beliebtes Sprichwort bei den Paschtunen: „Frauen sind für Kinder, Burschen für’s Vergnügen“.

Gründe für die verschiedenen Formen von schwulem Sex bei den Paschtunen sieht die Studie in der gesellschaftlichen Ausgrenzung der Frau und den hohen Kosten für eine Heirat. Die Studie rät den westlichen Soldaten, diese Eigenheiten des Volkes zu akzeptieren, um nicht noch mehr Ablehnung gegenüber westlicher Lebensart zu provozieren.