Homophobe Übergriffe bei Gay-Party in Bregenz?

Homophobe Übergriffe soll es zu Halloween in Bregenz gegeben haben: Am Rande der „Pink Party“ im Festspielhaus seien Gäste beschimpft und attackiert worden, berichtet die sozialdemokratische „Aktion kritischer Schüler“ (aks). Polizei und Veranstalter konnten den Vorfall nicht bestätigen.

Tess Hermann, Vorsitzender der aks in Vorarlberg, berichtet, dass eine Gruppe junger Besucher die anderen Gäste der vorwiegend schwul-lesbischen Veranstaltung homophob angepöbelt hätten. Dabei seien Wortmeldungen wie „Wäh Lesben/Schwule!“ gefallen. Eine Person sei dabei auch körperlich angegriffen worden, berichtet Hermann.

Polizei und Veranstalter können Vorfall nicht bestätigen

Die Polizei habe, so Herrmann, „über die Geschehnisse hinweg gesehen“ und lediglich eine Person der Gruppe aus dem Festspielhaus geschmissen. Die anderen pöbelnden Jugendlichen durften bleiben, kritisiert der aks-Vorsitzende.

Die Polizei kann diesen Vorfall nicht bestätigen. Gegenüber dem ORF Vorarlberg hieß es, solche Übergriffe seien nicht bekannt. Und auch Dieter Sapper, Organisator der „Pink Party“, weiß von einem solchen Übergriff nichts.

„Was ich mitbekommen habe war diese Auseinandersetzung auf dem Spielplatzgelände am See“, berichtet Sapper im Gespräch mit GGG.at. „Direkt auf der Party hatten wir keine Übergriffe zu vermelden, anscheinend gab es aber auch noch vor dem Festspielhaus eine Auseinandersetzung“, erinnert er sich an den Halloween-Abend.

Dass immer mehr Heteros auf den „Pink Parties“ zu sehen sind, sei gewünscht, erklärt Sapper. Man sei „aktiv, um den Heterosexuellen im Lande die LGBTI Szene näher zu bringen. Ängste zu beseitigen, ein Leuchtfeuer der Toleranz zu setzen. Die Arbeit ist langwierig aber nicht erfolglos. Wir verzeichnen einen immer größeren Anteil an Heterosexuellen auf unserer Party, die es lieben bei uns zu feiern – die keine Ängste vor der LGBTI Comunity haben und sich bei uns wohl fühlen. Auf diesem Weg werden wir auch weiter bleiben“, bekräftigt er den bisherigen Kurs.

Immer mehr homophobe Übergriffe in Vorarlberg?

Tess Hermann beklagt, dass es auch außerhalb der „Pink Parties“ vermehrt Übergriffe gegen Lesben und Schwule in Vorarlberg gäbe. So soll bereits bei der letzten „Pink Party“ in Lochau ein Partygast wegen seiner sexuellen Orientierung beim Verlassen der Party beschimpft und körperlich attackiert worden sein.

Auch diesen Vorfall kann Sapper gegenüber GGG.at so nicht bestätigen. Seiner Beobachtung nach war dies „kein homophober Angriff sondern ein Streit zwischen Partygästen ohne homophoben Hintergrund“. Er macht aber klar, dass sich die „Pink Party“ „sicher nicht durch die Intoleranz von den anderen Leuten, die sich vollkommen daneben benehmen“ einschränken lassen werde.

Sollte die Polizei nicht dem entsprechend handeln, werde man „auch verstärkt das Umfeld des Geländes in Beobachtung haben“, verspricht der Macher der „Pink Party“.