Almodovar und drei Flugbegleiter am Rande des Nervenzusammenbruchs

'Fliegende Liebende': Schräg, schrill, schwul

Fliegende Liebende

Pedro Almodóvar ist zurück: Diesmal ist der Großmeister des spanischen Kinos ins Flugzeug gestiegen. „Fliegende Liebende“, im Original „Los amantes pasajeros“, ist eine schrille schwule Komödie. Der Regisseur kehrt damit zu seinen Wurzeln zurück – den spritzigen Witz seiner Anfangstage hat er allerdings ein wenig verloren.

Was machen drei tuntige Flugbegleiter, wenn die Maschine kaputt ist und der Crash bevorsteht? Ganz einfach: Die Economy-Klasse unter Drogen setzen und versuchen, die Business-Class unter Kontrolle zu bringen. Das ist aber nicht so leicht: Die Hellseherin Bruna will unbedingt ihre Jungfräulichkeit verlieren. Der Schauspieler Ricardo läuft selbstmordgefährdeten Freundin davon, der korrupte Unternehmer Mas hingegen der Justiz.

Die landesweit bekannte Domina Norma flüchtet vor einem Profikiller, der womöglich in Gestalt des mysteriösen Infante nur ein paar Reihen hinter ihr sitzen könnte. Am entspanntesten ist noch das frisch verliebte Pärchen, das ganz vorn sitzt, entweder schläft oder Sex hat, und die anderen mit Stimmungsaufhellern versorgt.

Sehenswert: Almodóvars Entdeckungen Penelope Cruz und Antonio Banderas unterstützen den Film mit Kleinstrollen. Allerdings: Der Regisseur ist in die Jahre gekommen, und das merkt man dem Film auch an: Die Leichtigkeit früherer Werke fehlt irgendwie. Doch sehenswert sind die drei Flugbegleiter allemal – besonders, wenn sie versuchen, „I’m so excited“ von den Pointer Sisters zu intonieren.