Vorarlberg kämpft für seine Aidshilfe

Fast jedes Bundesland hat in Österreich eine eigene Aidshilfe. Das Gesundheitsministerium will hier sparen – das würde unter anderem die Vorarlberger Aidshilfe betreffen. So wie ihre Kollegen in Wien auch das Burgenland und Niederösterreich mitversorgen, soll künftig Innsbruck die Agenden der Vorarlberger übernehmen. Dagegen regt sich Widerstand. Neben Vorarlberg sind auch die Aidshilfen in Kärnten und Salzburg von den Einsparungen betroffen.

Gut 160.000 Euro will das Gesundheitsministerium allein im Ländle einsparen. Damit wäre die Aidshilfe Vorarlberg, die rund zwei Drittel ihrer Mittel vom Bund bekommt, nicht mehr überlebensfähig. Ausschlaggebend dafür seien geografische Überlegungen gewesen, erklärt Gerhard Aigner, der zuständige Sektionschef im Gesundheitsministerium gegenüber dem ORF. Das Argument: Die Aidshilfe in Wien sei für die gesamte Ostregion zuständig: „Und was in Ostösterreich funktioniert, sollte in den Regionen West und Mitte eigentlich auch funktionieren.“

An welchen Standorten die Kürzungen durchgeführt werden, sei nach Faktoren wie geografische Lage, Größe und Fallzahlen ausgewählt worden. Das eingesparte Geld soll aber an die Aidshilfen zurückfließen – in Form von von der Aidshilfe Wien zentral gesteuerten Präventionsmaßnahmen und einer Finanzierung der Gratis-HIV-Tests.

Doch gegen die Schließung wehrt sich das Land Vorarlberg. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard von der ÖVP hat bereits angekündigt, die Aidshilfe erhalten zu wollen – allerdings in abgespeckter Form. Die Gesamtkosten von etwa 300.000 Euro könne das Land nicht zusätzlich übernehmen. Ob und in welcher Form es die Vorarlberger Aidshilfe ab Jänner 2016 geben wird, ist vollkommen unklar. Im September soll es weitere Gespräche mit dem Gesundheitsministerium geben.