Cruising im Linzer Parkbad: Kontrollen werden verschäft

In der Linzer Szene gilt die Sauna im Parkbad als heimlicher Cruising-Treffpunkt. Doch dabei sollte man sich zu benehmen wissen – handelt es sich doch um ein öffentliches Bad und sexuelle Aktivitäten sind dort verboten. Das scheint aber nicht für alle schwulen Besucher zu gelten, wie ein nun bekannt gewordener Vorfall zeigt.

So soll bereits am 21. November 2015 ein 16-jähriger Schüler in der Parkbad-Sauna sexuell belästigt worden sein. Wie Elke B. gegenüber den „Oberösterreichischen Nachrichten“ berichtet, wurde ihr Sohn Oliver an diesem Tag von einem erwachsenen Mann auf Englisch angesprochen. „Es dürfte sich um einen Portugiesen gehandelt haben“, vermutet die Mutter.

„Sie haben sich zuerst gut unterhalten, dann ist der Oliver in die Sauna gegangen und der Typ ist ihm gefolgt“, erinnert sich die Mutter an den November-Tag. Dort habe der Mann ihrem Sohn dann plötzlich von hinten zwischen die Beine gegriffen. Oliver sei so perplex gewesen, dass er sich zunächst nicht an den Bademeister gewandt habe. Erst als sich ein älterer Herr wegen eines ähnlichen Vorfalls beschwerte, habe sich auch Oliver zu Wort gemeldet.

Elke B. hat sich per Mail bei der Linz AG, der Betreiberin des Parkbades, beschwert. Dort habe man sich für den Vorfall entschuldigt, gleichzeitig aber eingeworfen, dass eine entsprechende Kontrolle „sehr schwierig“ sei.

„Sexuelle Aktivitäten von Homosexuellen haben in der Parkbad-Sauna zugenommen“, bestätigt auch Thomas Lettner, bei der Linz AG für die Bäder verantwortlich, den Oberösterreichischen Nachrichten. Um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern, habe man ein „5-Punkte-Maßnahmenpaket“ beschlossen. Dazu gehören eine zusätzliche Aufsicht in allen vier Linzer Hallenbädern und eine enge Kooperation mit der Polizei. Außerdem werden die Mitarbeiter darin geschult, bei Regelverstößen angemessen zu reagieren.