Thailand: Mutmaßlicher Kinderschänder aus Kärnten nach fünf Jahren verhaftet

Ein in Wien lebender Kärntner, der in Thailand Kinder missbraucht haben soll, sitzt nun in dem südostasiatischen Land in Haft. Er hatte seinen Nachnamen geändert und war so zunächst der Verfolgung entgangen.

Vor fünf Jahren war der Hausverwalter und Immobilienvermittler in Pattaya halbnackt mit zwei Buben entdeckt worden. Für 25 Euro pro Nacht soll er mit ihnen Sex gehabt haben. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Nach seiner vorübergehenden Festnahme war er gegen eine Kaution von 5.000 Euro auf freien Fuß gesetzt worden. Der Kärtnter nutzte die Gelegenheit und reiste zurück nach Österreich.

Es gab einen Haftbefehl, doch der 44-Jährige änderte in Österreich seinen Familiennamen – und verschwand so zunächst vom Radar der thailändischen Polizei. Kinderschützer vermuteten, dass er seitdem öfter in Thailand war – und dort klickten nun die Handschellen: Wie das Bundeskriminalamt bestätigte, bekamen die Behörden dort Wind von seiner Namensänderung und nahmen ihn im Dezember am Flughafen fest.

Details des Falls sind rätselhaft: So wurden nach der ersten Festnahme des Österreichers im Jahr 2010 in Zeitungen Bilder veröffentlicht, die ihn in Thailand mit zwei Buben und Polizeibeamten zeigten. Doch: „Nach einer Woche bis zehn Tagen wurde er freigelassen, die Beweismittel waren plötzlich nicht mehr auffindbar“, berichtet die Kinderschützerin Astrid Winkler gegenüber ORF.at. Beweise für eine Bestechung der Beamten habe sie nicht. Doch vieles spreche dafür, „dass da irgendwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist“.

Nachdem der Verbindungsbeamte des österreichischen Innenministeriums in Thailand auf die örtlichen Behörden Druck ausübte, tauchten die verschwundenen Akten plötzlich wieder auf. Thailand erließ einen Haftbefehl, die Staatsanwaltschaft Wien erhob Anklage gegen den Beschuldigten, der mittlerweile nach Österreich zurückgekehrt war. Doch dann musste der Prozess unterbrochen werden, weil gültige Zeugenaussagen der mutmaßlichen Opfer fehlten.

Stattdessen klagte der gebürtige Kärntner eine Kinderschutzaktivistin, die Teile seines Namens veröffentlichte, wegen übler Nachrede – und diese wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, da es ja kein rechtskräftiges Urteil gab.

Die Anwälte des Beschuldigten betonten vor einem Jahr die Unschuld ihres Mandanten: Die Vorwürfe gegen den 44-Jährigen seien von falschen Polizisten behauptet worden, ihre Mandant sei unschuldig.