Polen: Anschlag auf LGBT-Organisation in Warschau

In der Nacht auf Sonntag wurde in Warschau die polnische LGBT-Organisation „Lambda Warszawa“ Opfer eines politischen Anschlags: Unbekannte haben versucht, in das Büro der Organisation einzudringen und beschädigten den Eingangsbereich.

So wurde in die Wand ein Keltenkreuz, die Inschrift „White Power“ und eine homophobe Beleidigung geritzt. Ein Poster von „Lambda Warszawa“, das im Eingangsbereich hing, wurde zerissen und angezündet.

Auch, wenn es sexuelle Minderheiten in Polen schwer haben – die Qualität dieses Angriffs kommt für die Aktivisten überraschend. Es sei der „erste schwere Angriff“ auf die Arbeit der Organisation, so die Aktivisten. Sie haben Anzeige erstattet und der Polizei Überwachungsvideos weitergeleitet, die zur Aufklärung beitragen könnten.

Die Täter werden in der rechtsextremen Szene vermutet. Diese glaubt sich seit dem Machtwechsel im Oktober im Aufwind – erkennt sie doch in Parolen der nun regierenden nationalkonservativen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) teilweise ihre eigenen Inhalte.

„Lambda Warszawa“ bietet in seinen Räumlichkeiten Beratungen und Gruppentreffen an. Erst wenige Stunden vor der Tat hätten sich in den Räumen Aktivisten einer Koalition gegen Hassverbrechen getroffen, so die Organisation.