Will Young: ‚Ich war süchtig nach Alkohol, Sex und Pornos‘

Klare Worte hat der britische Sänger Will Young zu seiner Vergangenheit gefunden – und zu den Problemen, die er als junger ungeouteter Schwuler hatte. Er sagte, mit der Sucht nach Alkohol, Sex, Pornos und Shopping habe er versucht, mit der „Scham“ seiner sexuellen Orientierung unzugehen.

Beim „National Student Pride“ gestand der Gewinner der Casting-Show „Pop Idol“: „Ich war süchtig nach Liebe. Ich bin noch immer ein Süchtiger, süchtig nach Pornos, und ganz sicher süchtig nach Alkohol. Ich war nie auf einem Date, ohne zuvor mindestens zwei Drinks zu haben, bevor ich meine Wohnung verlasse und ich habe nicht kapiert, dass das ein Problem war.“

Härtere Drogen waren nichts für ihn: „Ich hab‘ damit herumgespielt aber bin nicht wirklich darauf hängengeblieben“, sagt der Sänger vor britischen Schülern und Studenten. Mit seinen Süchten habe er versucht, eine große Leere zu verbergen, weiß Will Young heute.

Mit 21 hatte er schließlich sein Coming Out – und seitdem „17 Jahre Scham erlebt, so der 38-Jährige: „Ich werde mich immer wieder schämen, weil es eine so grundlegende Sache ist.“

„Bevor ich das entdeckt habe, hatte ich einfach Sex, um die Leere zu füllen, habe Pornos gesehen, war shoppen, alles, und ich glaube, sobald wir uns geoutet haben, hören wir, dass alles okay ist, aber das ist es einfach nicht“, schildert der Sänger seine Erfahrungen.

Junge Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender hätten es heute schwer, ist Will Young überzeugt: „Weil, wenn man heterosexuell ist, kämpft man nicht mit diesem großen Rückstand sexueller Scham und Scham der eigenen Identität.“

Um das für künftige Generationen zu ändern, kämpft er für angemessene Sexualerziehung, auch schon für jüngere Kinder: „Das Problem mit homophober Sprache ist, dass das in Schulen einfach nicht thematisiert wird. Ich konzentriere mich jetzt auf die Rechte junger LGBT, und ich denke, dahinter steckt, dass die Leute einfach nicht glauben, dass das ein Thema ist.“