Stephen Fry: Selbstmordversuch nach Interview mit Ethikminister von Uganda

Der britische Schauspieler, Autor und Moderator Stephen Fry wollte sich umbringen, nachdem er den Ethikminister von Uganda interviewt hat. Darüber erzählt Fry heute in der Dokumentation „The Not So Secret Life of the Manic Depressive: 10 Years On“, die am Abend auf der BBC ausgestrahlt wird.

In der Sendung erzählt Stephen Fry, dass ihn ein Treffen mit Simon Lokodo aus der Bahn geworfen habe, dem Ethikminister von Uganda und lau Fry „ein Homo-Hasser der schlimmsten Sorte“. Der Brite hatte den Politiker im Jahr 2012 für seine Dokumentation „Out There: About Being Gay Globally“ interviewt – und das, was ihm Lokodo gesagt hatte, nicht verkraftet. Unter anderem hatte Lokodo dem Briten gedroht, er würde Fry verhaften lassen, wenn er in Uganda für Homosexualität „werben“ würde.

Diese Drohung warf den Schauspieler aus der Bahn: Als er zurück in seinem Hotelzimmer war, fiel er in ein tiefes psychisches Loch. Er sei rastlos gewesen und fühlte sich, „als ob alles, was mich ausmacht“ plötzlich verschwunden war.

„Alles, was ich war, war nicht mehr da. Ich habe mich gefühlt, als ob das Ende gekommen ist“, erinnert sich Stephen Fry: „Ich wusste, dass ich eine Flasche Wodka in meinem Zimmer hatte und eine ganzen Beutel voll mit Ambien“, einem Schlafmittel.

„Wie viele der verdammten Pillen“ er genommen hatte, daran kann sich der Schauspieler nicht mehr erinnern. Auf jeden Fall trank er dazu die ganze Flasche Wodka.

„Das nächste, woran ich mich erinnern kann, ist ein verlegener Hotelmitarbeiter, der an der Eingangstür auf den Teppich, auf dem ich lag, herunterschaute und sagte: ‚Wir müssen ihn ins Krankenhaus bringen.'“, so Fry. Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien hat ihm sein Psychiater empfohlen, sich in eine Klinik für mentale Störungen einweisen zu lassen.

„The Not So Secret Life of the Manic Depressive: 10 Years On“ ist der zweite Teil einer Dokumentation über Menschen mit einer bipolaren Störung. Stephen Fry hat sich öffentlich zu dieser Erkrankung bekannt. Der erste Teil wurde vor zehn Jahren produziert. Die heute ausgestrahlte Produktion geht der Frage nach, wie sich das Leben für die Protagonisten des ersten Teils geändert hat.