‚Schwule schlimmer als Tiere‘: Nike trennt sich von philippinischem Boxer

Der US-Sportartikelhersteller Nike kündigt seinen Vertrag mit dem philippinischen Starboxer Manny Pacquiao. Grund dafür sind seine homophoben Aussagen.

In einem Interview am Montag hatte Pacquiao behauptet, homosexuelle Paare seinen schlimmer als Tiere: „Es ist allgemein bekannt. Haben Sie schon Tiere gesehen, die sich mit jemandem treffen, der das gleiche Geschlecht hat?“, sagte er in dem Gespräch mit dem regionalen Fernsehsender TV5.

„Tiere können Männer und Frauen unterscheiden“

„Tiere sind besser, weil sie Männer und Frauen unterscheiden können. Wenn sich Männer mit Männern treffen und Frauen mit Frauen, sind sie schlimmer als Tiere“, erklärte Pacquiao weiter. Die Aussagen erregten internationale Empörung.

Am Dienstag ruderte der Boxer dann ein wenig zurück: Auf Twitter entschuldigte er sich, dass er Menschen verletzt habe – doch auf Instagram stellte Pacquiao, der sich als evangelikaler Christ sieht, klar: Er habe „nur die Wahrheit gesagt, wie sie in der Bibel steht“, auch wenn er betont, „LGBT nicht zu verdammen“.

Es war nicht der erste homophobe Ausrutscher des Sportlers. Im Jahr 2012 hatte er bereits in einem Interview erklärt, dass die Menschen Gottes Gesetze befolgen müssten – und zitierte dabei Levitikus, in dem die Todesstrafe für Männer gefordert wird, die „mit einem Mann wie mit einer Frau“ schlafen. Auch hier entschuldigte er sich kurz danach für seine Aussagen und konnte so ein Abspringen seiner Sponsoren verhindern.

Nike distanzierte sich sofort

Das ist ihm nun nicht gelungen. „Wir finden Manny Pacquiaos Kommentare abscheulich“, macht Nike in einer Pressemitteilung klar. Man sei strikt gegen Diskriminierung jeder Art und engagiere sich „schon lange für die Rechte der LGBT-Community“. Die Konsequenz: „Wir haben keine Beziehung mehr zu Manny Pacquiao.“ Nike war seit 2006 ein Sponsor des Boxers. Der Online-Auftritt von Manny Pacquiao auf der Nike-Homepage wurde bereits deaktiviert.

Pacquiao gilt auf den Philippinen als Nationalheld. In seiner Heimat betätigt er sich auch als konservativer Politiker. Im Jahr 2010 hat er einen Sitz im Parlament gewonnen, derzeit kandidiert er für den Senat. Seine Boxer-Karriere führt er trotzdem fort: Im April wird er zum dritten Mal gegen den US-Amerikaner Timothy Bradley Jr. antreten.