Finanziell übernommen? Das Café Willendorf sperrt zu

Türkis Rosa Lila Villa möchte Lokal bald wieder offen sehen

Türkis Rosa Lila Villa (Archivbild)
Archivbild - premiumPIX

Eine Institution der Wiener Szene sperrt zu: Das Café Willendorf stellt seinen Betrieb per 1. März bis auf weiteres ein.

Warum das Café Restaurant zusperrt, haben die Betreiber nicht bekanntgegeben. Die Türkis Rosa Lila Villa, in der sich das Lokal befindet, hat in einer Stellungnahme auf Facebook Licht ins Dunkel gebracht: Die Betreiber, die das Café Willendorf seit letztem Jahr führen, dürften sich demnach finanziell übernommen worden.

Wann das Willendorf wieder offen hat, ist unklar

„Im Moment müssen wir abwarten, wie das Lokal abgewickelt wird, in der Zwischenzeit arbeiten wir an einer konzeptuellen Neuausrichtung, um euch dann möglichst bald wieder“, um das Publikum wieder begrüßen zu dürfen, so die Rosa Lila Villa weiter. Wann dies der Fall sein wird, kann derzeit aber noch niemand sagen. Die Aktivitäten der Villa, wie die Lesben-, Schwulen- oder Transgender-Beratung, sind von der Schließung des Lokals nicht betroffen.

Das Café Willendorf ist eines der ältesten LGBT-Lokale in Wien. Es eröffnete Mitte der 1980er Jahre und bekennt sich im Gegensatz zur kommerziellen Lokalszene zu seiner queeren Umgebung: Biologische oder vegane Küche waren hier Standard, als sie anderswo noch belächelt wurde. Auch versteht sich das Café bewusst als diskriminierungsfreier Raum sämtlicher sexueller Identitäten.

Die Villa: Eine Ikone der Bewegung

Die Geschichte der „Rosa Lila Villa“ begann 1982, als Aktivisten der Lesben- und Schwulenszene den Altbau an der Linken Wienzeile besetzten. Das Haus sollte abgerissen werden. Nach längeren Verhandlungen mit der Stadt Wien als Eigentümerin wurde das Gebäude dem Trägerverein „Rosa Lila Tip“ zur Selbstverwaltung übergeben. Der entsprechende Baurechtsvertrag wurde mittlerweile bis 2045 verlängert.