[Video] Sam Smith widmet seinen Oscar der LGBT-Community

Vor ihm haben schon zwölf offen lebende Lesben und Schwule die Statue gewonnen

Er war einer der Gewinner des Oscar-Abends: Der Brite Sam Smith bekam für sein James-Bond-Lied den Preis als besten Song – und widmete ihn allen Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern.

Als er die Statue für seinen Song „Writing’s On The Wall“ entgegennahm, sagte ein sichtlich erschlankter Sam Smith: „Vor ein paar Wochen habe ich gelesen, dass Sir Ian McKellen gesagt hat, dass noch nie ein offen schwuler Mann einen Oscar gewonnen hat. Wenn das so ist – und selbst wenn das nicht so ist – möchte ich diesen Preis gern der LGBTI-Community auf der ganzen Welt widmen. Denn ich bin ein stolzer schwuler Mann und hoffe, dass wir uns eines Tages einfach alle als Gleiche unter Gleichen begegnen können. Dankeschön.“

Smith bezog sich auf ein Interview, das der britische Fernsehsender Sky News mir Sir Ian McKellen geführt hat. Da sagte der aus „Herr der Ringe“ und „X-Men“ bekannte Schauspieler: „“Kein offen homosexueller Mann hat je einen Oscar gewonnen; ich frage mich ob das Voreingenommenheit oder einfach nur Zufall ist“

Sam Smith: Nicht der erste offen homosexuelle Oscar-Gewinner

Doch McKellen hatte nicht recht: Das britische Portal PinkNews zählte inklusive Smith zwölf Preisträger, die offen homosexuell waren. Dazu gehören Sir Elton John, der 1994 einen Oscar für „The Lion King“ bekam, oder Dustin Lance Black – 2009 für das beste Original-Drehbuch („Milk“) ausgezeichnet.

Ebenfalls einen Oscar für das beste Drehbuch bekam Alan Ball im Jahr 2000 für den Kult-Klassiker „American Beauty“. Auch zwei Jahre zuvor wurde ein schwuler Mann mit diesem Oscar ausgezeichnet, als Bill Condon den Goldmann für „Gods and Monsters bekam“. In dem Film spielt übrigens auch Sir Ian McKellen mit.

1982 bekam Sir John Gielgud einen Oscar als bester Nebendarsteller in „Arthur – Kein Kind von Traurigkeit“, den selben Preis bekam zehn Jahre zuvor Joel Grey für seine Rolle in dem Kultfilm „Cabaret“. Geoutet hat sich Grey übrigens erst 2015 in einem Interview mit der Illustrierten „People“.

Bereits 1964 geoutet war George Cukor, der für „My Fair Lady“ mit Audrey Hepburn einen Oscar für die beste Regie gewann.

Mit dem Lied „I Need To Wake Up“, das in der Dokumentation „An Inconvenient Truth“ vorkommt, gewann Melissa Etheridge im Jahr 2006 den Oscar für den besten Song. Den gleichen Goldmann bekam Steven Sondheim im Jahr 1990 für „Sooner or Later I Always Get My Man“, vorgetragen von Madonna in „Dick Tracy“.

„Beauty and the Beast“: Oscar-Song am Totenbett

Mit gleich zwei Statuen wurde der offen schwule Song-Texter Howard Ashman ausgezeichnet. Er schrieb die Texte zu „Under The Sea“ aus dem Disney-Klassiker „Die kleine Meerjungfrau“ und den Titelsong zu „Die Schöne und das Biest“. Nachdem er diesen Text geschrieben hatte, starb er an den Folgen von Aids. Der Film wurde ihm posthum gewidmet.

Und irgendwie gehört auch die zweimalige Oscar-Gewinnerin Jodie Foster auf diese Liste: Sie war zwar noch nicht geoutet, als sie 1988 ihre Oscars als beste Hauptdarstellerin in „Angeklagt“ und 1991 für „Das Schweigen der Lämmer“ bekommen hat – doch dass sie lesbisch war, war in Hollywood ein offenes Geheimnis. Im Jahr 2014 hat sie ihre Partnerin Alexandra Hedison geheiratet.

Als Sam Smith hinter den Kulissen von einem Reporter auf seinen Irrtum aufmerksam gemacht wurde, entfuhr ihm übrigens ein kurzes „Shit“…