Hamas beschuldigt Kommandeur, schwul zu sein, und tötet ihn

Im Gazastreifen hat die Hamas einen ihrer Kommandeure hinrichten lassen. Einer der Vorwürfe war, dass er schwulen Sex gehabt haben soll. Das berichtet die „New York Times“.

Demnach ist der 34-jährige Mahmud Ishtiwi, ein Kommandant aus einer angesehenen Familie, von seinen ehemaligen Kameraden mit drei Schüssen in die Brust getötet worden. Offiziell wurde er umgebracht, weil der Geheimdienst der Hamas ihn verdächtigte, mit Israel zusammengearbeitet zu haben.

Doch auf sein Bein sollen Soldaten mit einem Nagel das Wort „Zulum“ – auf Deutsch „Unrechter“ geritzt haben. Das ist in diesem Gebiet eine gängige Umschreibung für Homosexuelle.

Im Jänner 2015 wurde Ishtiwi beschuldigt, Geld veruntreut zu haben, das für Waffenkäufe vorgesehen war. Das gab der Kommandeur auch zu. Doch durch sein schnelles Geständnis vermuteten die Offiziere der berüchtigten Kassam-Brigaden, dass der 34-Jährige noch ein größeres Geheimnis haben könnte und ermittelten.

Die Offiziere fanden einen Mann, der behauptete, er habe Sex mit Mahmud Ishtiwi gehabt. Er nannte auch Zeitpunkte und Orte der Treffen. Daraus schlossen die Kassam-Brigaden, Ishtiwi habe das Geld gebraucht, um entweder als Schweigegeld für den Mann oder, um für den Sex zu bezahlen.

Zusätzlich gab es Gerüchte, dass der israelische Geheimdienst wusste, dass Mahmud Ishtiwi schwul war – und diesem deshalb verriet, wo sich ein Anführer der Kassam-Brigaden aufhielt, auf den daraufhin von den Israelis ein Anschlag verübt wurde.

Ishtiwi war während der Auseinandersetzungen mit Israel im Jahr 2014 für 1000 Kämpfer und einen Teil des Tunnelsystems verantwortlich, das die Hamas in Richtung Israel gegraben hat. Er hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

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