Europarat besorgt über Homophobie und Transphobie in Frankreich

Der Europarat einen aktuellen Länderbericht zur Situation in Frankreich veröffentlicht. Darin zeigt sich die Organisation über die Zunahme von Rassismus, Islamophobie sowie Homo- und Transphobie besorgt.

Vor allem wird kritisiert, dass Hassreden nicht mehr zu einer öffentlichen Diskussion führen. Politiker würden immer öfter unwidersprochen stigmatisierende Klischees über Minderheiten verbreiten. Das würde zu einer „Banalisierung von Rassismus und Intoleranz“ führen.

Das betrifft auch Hass gegen sexuelle Minderheiten: Besonders während der Debatte um die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare ist dieser in sozialen Netzwerken angestiegen. Hier empfiehlt der Bericht der französischen Regierung, das Ausmaß von Diskriminierung und Intoleranz gegenüber LGBT zu untersuchen, da es hierfür keine ausreichenden Zahlen gibt.

Der Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland, hat deshalb die führenden Politiker Frankreichs aufgefordert, auf Äußerungen zu verzichten, die gefährdete und benachteiligte Gruppen stigmatisieren und Spannungen in der französischen Gesellschaft verschärfen.

Verfasst hat den Bericht die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI), ein unabhängiges Gremium des Europarats. Die Berichte richten sich nach der Europäischen Menschenrechtskonvention, die 1950 von den Mitgliedern des Europarats beschlossen wurde. Dem Europarat gehören alle europäischen Staaten mit Ausnahme von Weißrussland und dem Vatikan an.