[Video] 500.000 Besucher und 460 Kilo Glitter beim Sydney Madrid Gras

Auch ethnische Minderheiten, Soldaten und Sportler hatten ihre eigenen Wagen beim Umzug

Am Samstag fand in Sydney der alljährliche Mardi Gras statt – die größte Lesben- und Schwulenparade der Region. Unter den Ehrengästen war auch die österreichische Song-Contest-Gewinnerin Conchita Wurst. Die 27-Jährige erschien in elegantem Schwarz – ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Mitwirkenden, die bunte Kostüme trugen. Auch die irische Drag Queen Panti Bliss, die mit einer eindrucksvollen Rede ihr Land bewegte, war unter den Gästen.

Rund eine halbe Million Besucher kamen in die aus­tralische Metropole, um die Parade der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) zu sehen. An dem vier Kilometer langen Umzug nahmen rund 12.500 Menschen und 178 Wagen teil. Insgesamt wurden 460 Kilo Glitter verbraucht.

Die Wagen zeigten auch, wie sehr die Rechte von Lesben und Schwulen in der australischen Bevölkerung verankert sind: So waren zum ersten Mal Festwagen der Olympischen und Paarolympischen Teams sowie der nationalen Rugby-Liga dabei. „Es gibt so viele Leute, die mit dieser Frage kämpfen“, erklärte der ehemalige Rugby-Spieler Paul Langback. Er hofft: „Wenn ein Spiel wie das unsere sagen kann, dass es okay ist, der Mensch zu sein, der man ist, kann das vielleicht zum Wohlergehen beitragen und helfen, die Suizidraten zu verringern.“
Auch Vertreter der australischen Ureinwohner und anderer ethnischen Gruppen des Landes nahmen an der Parade teil. Gruppen der australischen Streitkräfte marschierten in Uniform am Mardi Gras.

Der Sydney Madrid Gras fand zum 38. Mal statt. Er entwickelte sich aus einer von Gewalt überschatteten politischen Demonstration im Jahr 1978. In Erinnerung an die Wurzeln des Sydney Mardi Gras marschierte eine Gruppe dieser Demonstranten zu Beginn des Umzugs. Damals wurden viele Teilnehmer von der Polizeigewalt misshandelt und sechzig von ihnen festgenommen. Letztes Jahr entschuldigte sich das Parlament des australischen Bundesstaates New South Wales offiziell für die damalige Behandlung das Demonstranten, dieses Jahr entschuldigte sich auch die Polizei von Sydney für die Behandlung. Auch die zum Murdoch-Konzern gehörende Zeitung „Sydney Morning Herald“, die damals die Namen der Protestanten veröffentlichte, entschuldigte sich dafür.