‚Sieben schwule Kicker in der Premier League‘

In den großen europäischen Fußballligen gibt es noch keinen einzigen offen schwulen Spieler, der noch aktiv spielt. Doch trotzdem gibt es sie, erklärt die britische Modedesignerin und Moderatorin Amal Fashanu: „Ich kenne sieben schwule Fußballer in der Premier Leage“, sagt sie im Gespräch mit BBC Radio 5 Live.

Amal Fashanu weiß, wovon sie spricht: Sie ist die Nichte von Justin Fashanu. Der ehemalige Norwich-Profi hatte sich im Jahr 1990 als erster Fußballspieler geoutet. Nach Jahren der Anfeindungen von Fans und Missbrauchsvorwürfen beging er acht Jahre später Selbstmord. Seitdem bemüht sich die Familie, dieses Tabu zu thematisieren.

Angst vor einem Outing müssen die betroffenen Sportler aber nicht haben: „Ich werde natürlich nie sagen, wer sie sind. Ich würde nie jemanden gegen seinen Willen outen. Eigentlich möchte man einfach ehrlich sein, schon, weil ich glaube, es würde ihnen helfen, offener damit umzugehen. Aber, diese Entscheidung können sie nur allein treffen. Die Welt des Fußballs ist ein dunkler Ort. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es ist, heute ein schwuler, aktiver Fußballer zu sein.“, erklärt Fashanu in dem Radiointerview.

Die Moderatorin glaubt, dass die betroffenen Spieler sich nicht outen, weil sie Angst vor den Reaktionen in der Öffentlichkeit haben. „Ich will mir gar nicht vorstellen, wie hart das sein muss“, sagt sie.

Zu Beginn der aktuellen Saison gab es Gerüchte, dass sich zwei Profis der Premier League öffentlich outen wollen. Der Vorsitzende der Liga, Richard Scudamore, hat ihnen für diesen Fall seine Unterstützung zugesagt. Doch dazu kam es dann doch nicht.

Der einzige Spitzenfußballer der Gegenwart, der sich geoutet hat, ist der Deutsche Thomas Hitzelsperger. Er hat sich 2014, wenige Monate nach dem Ende seiner aktiven Karriere, seine Homosexualität öffentlich bestätigt. Außerdem hat sich der ehemalige US-Nationalspieler Robbie Rogers geoutet – und sein geplantes Karriereende wegen der vielen positiven Reaktionen auf sein Outing wieder ad acta gelegt.