[Video] Coming-Out als schlechter Scherz: Vater schlägt Sohn, der findet es witzig

Bedenkliche Aktion von YouTuber Mert Matan

Es ist wohl der schlechteste Scherz des Jahres – und er ist gründlich danebengegangen: Der deutsche YouTuber Mert Matan erklärt seinem Vater, er wäre schwul. Und dieser schlägt daraufhin auf seinen Sohn ein. Das Resultat: Jede Menge Gelächter – von dem YouTuber und seinen Fans, die die Aktion des Vaters richtig und den Scherz des Sohnes witzig finden.

„Schwul? Ich würd sowas niemals machen!“

Als der türkischstämmige Matan seinem Vater erklärt, er wäre in einer Beziehung mit einem Mann, hofft er auf eine witzige Reaktion. Stattdessen schlägt dieser auf seinen Sohn ein – der sich vor Lachen kaum halten kann, schließlich stimmt es ja nicht. Mert Matan löst die Situation schließlich auf – mit den Worten: „Papa, Mann, denkst du, ich bin schwul? Ich würd‘ doch niemals sowas machen“ – als wäre ein Coming Out bei den Eltern nur ein dämlicher Streich.

Im Internet sorgt das Video von Mert Matan für Kopfschütteln. Zunächst empört die Reaktion des Vaters die User: „Dein Vater ist ein Wichser“, macht ein User seinem Ärger Luft. Und ein anderer schreibt: „Ein Vater, der seinen Sohn wegen seiner Sexualität schlägt. Es gehört schon richtig viel Dummheit dazu, so ein Video zu drehen.“

Doch nicht nur der Vater wird heftig kritisiert: „Dafür, dass dein Vater so homophob ist, würde ich mich in Grund und Boden schämen genauso wie für die anti-schwule Hetze von deiner Fanbase in den Kommentaren“, setzt der User fort.

Unterstützung für die Reaktion des Vaters

Richtig bedenklich sind allerdings jede Fans, die die Reaktion von Matans Vaters gut finden. „Solche Schläge schaden nicht“, kommentiert ein User auf einer Facebook-Seite, die das Video auch gepostet hat. – schließlich sei Homosexualität „gegen die Mutternatur (!)“. „Ich hasse Schwule, das ist gegen die Natur“, pflichtet ihm ein anderer User bei.

Innerhalb von zwei Tagen kommt das Video auf fast 900.000 Aufrufe, über 60.000 geben Mert Matan für seine Aktion einen Daumen nach oben. Er selbst versucht recht ungeschickt, die Wogen zu glätten: „Ich habe nichts gegen Homosexuelle Menschen, im Gegenteil, jeder lebt sein eigenes Leben. Dieses Video soll kein schlechtes Licht auf solche Menschen werfen, die so etwas ausleben“, kommentiert er die Aktion.

Doch in Wirklichkeit hat er gezeigt, wie dramatisch die Situation für viele Lesben und Schwule auch mitten in Europa noch ist. Noch schlimmer: Er bedient damit gleich zwei Lager, kritisiert das deutsche Online-Portal DNBA.de: „Für die islamophoben Ausländerfeinde kommt so ein Video wie gerufen. Und die Homophoben feiern es.“