Mehrheit im Münchner Stadtrat für neues Lesbenzentrum

Im Münchner Stadtrat haben sich fünf Parteien in einem gemeinsamen Antrag für die Errichtung eines Lesbenzentrums ausgesprochen. Ein Konzept dafür soll das Sozialreferat in Zusammenarbeit mit bestehenden Lesbenvereinen entwickeln.

Derzeit ist in München das Angebot für Lesben sehr überschaubar: Die wichtigste Einrichtung ist das vom Verein LeTRa betriebene Zentrum mit Beratungsstelle. Doch dieses platzt aus allen Nähten und kann seine immer größer werdenden Aufgaben so nicht mehr optimal erfüllen: Der Antrag spricht von einer „strukturellen Unterversorgung“, durch die viele Bedürfnisse der lesbischen Community nicht mehr erfüllt werden können. Die Rosa Liste fordert deshalb schon seit zehn Jahren ein eigenes Lesbenzentrum, als Gegenstück zum Schwulenzentrum „Sub“.

Deshalb soll ein neues Lesbenzentrum geschaffen werden, dass die Angebote von LeTRa, Begegnungs- und Gruppenräume, Einrichtungen für Regenbogenfamilien sowie für lesbische, bisexuelle und transsexuelle Flüchtlingsfrauen bündelt. Dieses Zentrum soll dann auch räumlich und personell so ausgestattet sein, dass alle Aufgaben übernommen werden können.

Das neue Lesbenzentrum soll nach Möglichkeit im Glockenbachviertel eine Heimat finden, dem Zentrum der Community in der bayerischen Landeshauptstadt. Das zuständige Kommunalreferat soll nach entsprechenden Möglichkeiten suchen. Das Lesbenzentrum wäre dann auch in der Nähe des „Sub“.

Der Antrag wurde von SPD, Grünen/Rosa Liste, CSU, Linken und der aus FDP, HUT und Piraten bestehenden „Fraktion Freiheitsrechte, Transparenz, Bürgerbeteiligung“ (FTB) gemeinsam unterschrieben. Eine Zustimmung des Antrags gilt deshalb als sicher.