Bischöfe von Malawi für Strafverfolgung von Lesben und Schwulen

Dass sich die römisch-katholische Kirche mit Lesben und Schwulen schwer tut, ist bekannt. Doch in Malawi unterstützt sie die Verfolgung sexueller Minderheiten – und will sie im Gefängnis sehen.

So kritisiert die Bischofskonferenz von Malawi die Regierung dafür, dass sie die strafrechtliche Verfolgung für Lesben und Schwulen aufheben möchte. Derzeit kann gleichgeschlechtlicher Sex mit 14 Jahren Haft bestraft werden. Und geht es nach den Bischöfen, kann das auch so bleiben.

Homosexualität ein „ausländischer Wert“ und „objektiv böse“

So kritisiert die Kirche, dass die Regierung offenbar bereit sei, der Entwicklungshilfe zuliebe bei Themen wie Abtreibung oder Homosexualität zu Kompromissen bereit zu sein. Doch dabei handle es sich um „ausländische Werte“, die nach Meinung der Bischöfe in Malawi niemals akzeptiert werden dürften.

„Wenn es um homosexuelle Akte oder Lebensgemeinschaften geht, nimmt die Kirche kein Blatt vor den Mund: Diese sind objektiv böse und völlig inakzeptabel“, heißt es in der Erklärung der Bischofskonferenz. Sie rufen alle Katholiken dazu auf, „sich angesichts der mit viel Geld ausgestatteten Kampagne für homosexuelle Rechte und Verbindungen für das moralisch richtige einzusetzen“.

Regierung möchte Homo-Verbot abschwächen

Der Regierung von Malawi ist das Verbot von einvernehmlichen homosexuellen Handlungen zunehmend unangenehm: Letztes Jahr hat sie angekündigt, das Gesetz nicht mehr anwenden zu wollen. Ein Gericht hat dieses Moratorium vor wenigen Wochen allerdings für ungültig erklärt.

Das gefällt den Bischöfen: Den Versuch der Regierung, die strafrechtliche Verfolgung von Lesben und Schwulen auszusetzen, ist für die Geistlichen ein „Verrat“ und Ausverkauf an ausländische Mächte.

Zumindest in einem Punkt haben sich die Bischöfe von Malawi an die christlichen Grundwerte erinnert: Die Geistlichen betonen, dass die Kirche Gewalt „gegen Homosexuelle und gegen diejenigen, die sich wegen homosexueller Akte oder Partnerschaften schuldig gemacht haben“ verurteile.