Schottische Labour-Chefin Kezia Dugdale outet sich als lesbisch

Kezia Dugdale
Scottish Labour

Ganz beiläufig hat sich die Vorsitzende der schottischen Sozialdemokraten, Kezia Dugdale, als lesbisch geoutet. Was dazu führt, dass nun vier Parteivorsitzende Schottlands homosexuell sind.

In einem Interview mit dem Web-Magazin der sozialistischen Fabian-Bewegung sagte sie: „Ich habe eine Partnerin. Ich rede nicht viel darüber, weil ich nicht glaube, dass ich es muss.“ Sie betonte, ihr Privatleben auch privat halten zu wollen, um außerhalb der Politik die notwendige Kraft tanken zu können.

Nachdem das Interview öffentlich wurde, gab es zahlreiche positive Reaktionen auf das fast beiläufige Coming-Out. Auf Twitter bedankte sich Dugdale dafür: „Danke für alle diese reizenden Unterstützungs-Nachrichten – ich weiß sie zu würdigen.“

In der Vergangenheit hatte sich Kezia Dugdale immer wieder für LGBT-Themen in Schottland eingesetzt: So gilt sie als Unterstützerin der Ehe-Öffnung und setzt sich dafür ein, Eingetragene Partnerschaften auch für heterosexuelle Paare zu öffnen.

Schon zuvor hatten sich Ruth Davidson, Vorsitzende der schottischen Konservativen, Grünen-Chef Patrick Harvie als bisexuell und David Coburn, Vorsitzender der eurokritischen UKIP Scotland, als schwul geoutet. Damit ist Schottland wohl das einzige Land der Welt, in der die Mehrheit der Parteichefs schwul, lesbisch oder bisexuell sind.

Das zeigt sich auch in bestimmten Gesten: So haben sich Dugdale, Davidson und Harvie geweigert zu klatschen, als John Dramani Mahama, der Präsident von Ghana, Schottland besucht hatte. In dem afrikanischen Land werden sexuelle Minderheiten verfolgt, schwuler Sex kann mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden.