[Video] Barcelona-Fans beschimpfen Cristiano Ronaldo als Schwuchtel

Spanische Liga hat ihre Ermittlungen bereits eingestellt

Ausgerechnet während einer Trauerminute für die Fußballegende Johan Cruyff vor dem Spiel gegen Real Madrid beschimpften Fans des FC Barcelona Cristiano Ronaldo, den Star des Gegners, homophob.

Am Samstag wurde in der spanischen Liga wieder das wohl prestigereichste Duell gespielt: In Camp Nou empfing der FC Barcelona die Königlichen aus Madrid. Die Nerven liegen vor diesem Match immer blank – auch bei den Fans. Während der Schweigeminute brüllten katalanische Fans in Richtung des Gegners „Cristiano, maricón“, um den weltbesten Fußballer aus der Konzentration zu bringen. Die Beschimpfung bedeutet „Schwuchtel“.

Homophobe Beleidigungen muss sich Cristiano Ronaldo seit dem Beginn seiner Karriere anhören. In letzter Zeit sind sie allerdings intensiver geworden: Einige Leute interpretieren seine enge Freundschaft zu dem marokkanischen Kickboxer Badr Hari als schwule Beziehung.

„Seit Monaten war Ronaldo ununterbrochen das Objekt von Beschuldigungen und Gerüchten in der Regenbogenpresse, aber auch von Sportreportern, Spielern und Fans der gegnerischen Teams, um einen großen Fußballspieler zu erniedrigen, anzugreifen und zu verunglimpfen“, erklärt Francisco Ramirez, Vorsitzender der spanischen Beobachtungsstelle „StopLGBTfobia“.

Ermittlungen mittlerweile eingestellt

Dabei kritisiert Ramirez auch, dass die Verantwortlichen bei solchen Beleidigungen mit zweierlei Maß messen würden. Diese „reagieren eindringlich und ungewöhnlich schnell“, wenn es um Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit gehe, aber „ignorieren weiter“ Homophobie.

So hat der spanische Liga-Verband mittlerweile bekanntgegeben, dass die Ermittlungen über die Rufe gegen Cristiano Ronaldo eingestellt wurden. Als Grund gibt man an, dass diese lediglich von einigen wenigen Personen gerufen wurden und sich das restliche Publikum vollkommen korrekt verhalten und die Rufe mit Pfiffen verurteilt hat.

Cristiano Ronaldo selbst hat sich zu den Beleidigungen nicht geäußert. Stattdessen hat er sein Talent sprechen lassen: Er erzielte wenige Minuten vor dem Ende der Partie das Siegestor für Real Madrid, die dieses Clásico mit 1:2 gewannen. Und nach dem Spiel postete sein Kollege Suarez ein Foto aus der Mannschaftskabine, das Ronaldo nur in Unterwäsche zeigte.