Michael Sam warnt Missouri vor Anti-Homo-Gesetz

Nach Indiana, Georgia oder North Carolina wollen Politiker auch im US-Bundesstaat Missouri mit einem Gesetz über „Religionsfreiheit“ sexuelle Minderheiten diskriminieren. Einer, der sich öffentlich dagegen ausspricht, ist der offen schwule Footballer Michael Sam. Er hat unter anderem bei den Tigers, dem Team der Universität von Missouri gespielt.

In einem Kommentar für die „Columbia Tribune“ schreibt er, das geplante Gesetz würde es „leichter denn je machen, homosexuelle Bürger von Missouri und ihre Familien zu diskriminieren“, macht Michael Sam seine Position klar: „Das sogenannte ‚Gesetz zur Religionsfreiheit‘ ist nur ein anderer Weg, die Würde von LGBT-Personen und ihrer Familie zu untergraben“.

Ähnliche Maßnahmen habe es in anderen Bundesstaaten auch gegeben, so Michael Sam weiter. „Und jeder, von Firmen über Wähler zu führenden Sportlern haben eines klar gemacht: Diskriminierung wird in ihren Bundesstaaten nicht toleriert. Nun rufe ich jeden in Missouri auf, von Wirtschafts-Leadern bis zu Sportvereinen, diese Ansicht wiederzugeben, aufzustehen und zu sagen: ‚Nicht in unserem Bundesstaat!‘“

Das Gesetz ist auch außerhalb der LGBT-Community nicht unumstritten: Die Wirtschaftskammer des US-Bundesstaates spricht sich dagegen aus. Man sei „gegen einen verfassungsmäßigen Schutz für Angestellte, die sich weigern, ihre Arbeit zu machen“, heißt es in einer Stellungnahme.

Die Sportkommission von Kansas City, der größten Stadt des Bundesstaates, hat errechnet, dass das homophobe Gesetz zur „Wahrung der Religionsfreiheit“ alleine die 460.000-Einwohner-Stadt bis zu 50 Millionen Dollar kosten könnte.

Bis jetzt ließen sich die verantwortlichen Politiker dadurch nicht beeindrucken: Das Gesetz wurde am 10. März vom Republikanisch dominierten Senat beschlossen, nachdem die Demokraten versucht haben, es durch einen 39-stündigen Redemarathon zu stoppen. Dem Präsidenten des Repräsentantenhauses wurden letzte Woche 4.225 Unterschriften gegen den Gesetzesentwurf übergeben.