‚Anti-Homo-Gesetz‘: Bryan Adams sagt Konzert in Mississippi ab

Aus Protest gegen ein erst kürzlich beschlossenes homophobes Gesetz hat Bryan Adams ein Konzert im US-Bundesstaat Mississippi abgesagt. Er könne dort nicht mit reinem Gewissen auftreten, schrieb er auf Facebook.

Das Gesetz zur Wahrung der „Religionsfreiheit“ erlaubt es Personen, Unternehmen oder religiösen Organisationen, ihre Waren oder Dienstleistungen Menschen zu verweigern, deren Lebensweise nicht ihren religiösen Vorstellungen entspreche.

Das betrifft nicht nur Lesben, Schwule oder Transgender, sondern auch alleinerziehende Mütter oder Menschen, die vor der Ehe Sex haben. Damit ist es das umfassendste Gesetz gegen sexuelle Minderheiten, das in den letzten Monaten in den USA beschlossen wurde. Das Gesetz wurde letzte Woche beschlossen und soll im Juli in Kraft treten.

Kann nicht „mit reinem Gewissen“ in Mississippi auftreten

Für den kanadischen Musiker geht dieses Gesetz zu weit: Auf Facebook schreibt Bryan Adams, dass er nicht „mit einem reinen Gewissen in einem Staat auftreten könne, in dem bestimmten Personen wegen ihrer sexuellen Orientierung gewisse Rechte verwehrt bleiben“.

Deshalb sage der 56-Jährige das Konzert ab, das er am 14. April im Mississippi Coast Coliseum gegeben hätte. „Mit meiner Stimme erklärte ich mich mit allen meinen LGBT-Freunden solidarisch, um dieses extrem diskriminierende Gesetz zurückzunehmen. Ich hoffe, Mississippi wird es selbst richten und ich kann zurückkommen und vor all meinen zahlreichen Fans auftreten“, so Adams weiter.

Auch Bruce Springsteen zeigt Flagge im Kampf für Homo-Rechte

Und Bryan Adams ist nicht der einzige Musiker, der aus Protest gegen LGBT-feindliche Gesetze ein Konzert absagt: Bruce Springsteen hat kurzfristig ein Konzert im US-Bundesstaat North Carolina abgesagt. Dort wurde ein Gesetz verabschiedet, dass es unter anderem Transgendern untersagt, die Toilette ihres gelebten Geschlechts zu verwenden.

„Ich habe das Gefühl, dass dies eine Zeit für mich und meine Band ist, um Solidarität mit den Kämpfern für den Frieden zu zeigen“, so Springsteen in einer Stellungnahme: „Manche Dinge sind wichtiger als eine Rockshow, und der Kampf gegen diese Art der Bigotterie ist eines davon. Es ist das einzige Mittel, das ich habe, um meine Stimme gegen diejenigen zu erheben, die uns zurück statt vorwärts bringen wollen“

Deshalb habe er das Konzert, das am Sonntag in Greensboro in North Carolina stattfinden sollte, kurzfristig abgesagt. Die Kosten für bereits erworbene Konzertkarten werden erstattet, so das Management des Sängers.

Auch weitere Musiker wie Miley Cyrus, Emmylou Harris, Ty Herndon und Chely Wright protestierten gegen das Gesetz in North Carolina. Der Finanzdienstleister PayPal nannte es als Begründung, warum das Unternehmen eine geplante Niederlassung mit 400 Arbeitern in der Hauptstadt Charlotte strich.