PrEP in Großbritannien: Regierung steht auf der Bremse

David Cameron
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Zurückhaltend sind britische Behörden bei der Einführung der Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zum Schutz schwuler Männer vor einer HIV-Infektion. Die zuständige Staatssekretärin Jane Ellison möchte zuvor eine umfassende Bestätigung, dass die Medikamente kosteneffizient sind.

Klinische Tests haben gezeigt, dass eine tägliche Behandlung mit dem HIV-Medikament Truvada eine Infektion in 99 Prozent der Fälle verhindern kann. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Wirksamkeit des Medikaments bestätigt, genauso wie eine zweijährige Studie aus Großbritannien.

Einige Länder wie die USA, Kanada, Frankreich oder Israel zahlen Männern HIV-negativen Männern aus Risikogruppen bereits die Behandlung. Doch Großbritannien drückt nun auf die Bremse. Man wolle die Auswirkungen der PrEP in einer weiteren zweijährigen Studie genauer beobachten, bevor das Medikament zur Vorbeugung zugelassen werde.

Neue Tests statt großflächigem Schutz vor HIV

Das englische Gesundheitssystem werde in den nächsten beiden Jahren zwei Millionen Pfund, umgerechnet mehr als 2,5 Millionen Euro, investieren, um weitere Tests durchzuführen, „die versuchen, die verbleibenden Fragen zu beantworten, wie PrEP am kosteneffektivsten eingesetzt werden kann, um das Auftreten von HIV und sexuell übertragbaren Infektionen bei denen zu verhindern, die dem größten Risiko ausgesetzt sind“, so Jane Ellison, die zuständige Parlamentarische Unter-Staatssekretärin für Gesundheit.

Für die Labour-Abgeordnete Catherine West ist das weitere Abwarten der konservativen Regierung ein schwerer Fehler: Die „Entscheidung, die Verbreitung eines richtungsweisenden Medikaments zu stoppen“ habe jene im Stich gelassen, die dem Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV zu infizieren.

Das lassen wieder die Konservativen nicht gelten: Sie machen darauf aufmerksam, dass PrEP nur ein Teil einer umfassenden Strategie gegen HIV sein kann. Man habe eine halbe Million Pfund, umgerechnet mehr als 600.000 Euro, für „neue und innovative Wege im Kampf gegen HIV“ reserviert: „Einige hervorragende Organisationen haben uns einige sehr innovative Ansätze vorgestellt und wir haben auch den ersten nationalen HIV-Heimtest eingeführt“, wehrt sich Ellison.