Auch Pearl Jam boykottieren North Carolina

Nach Bruce Springsteen und Ex-Beatle Ringo Starr haben nun auch Pearl Jam kurzfristig ein Konzert im US-Bundesstaat North Carolina abgesagt. Grund dafür ist ein kürzlich verabschiedetes Gesetz, das die Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgendern festschreibt.

Pearl Jam bezeichnet Gesetz als „verabscheuungswürdig“

Morgen, Mittwoch, hätte Pearl Jam in der Hauptstadt Raleigh auftreten sollen. Doch nun sagte Frontmann Eddie Vedder den Gig ab. In einer handgeschriebenen Mitteilung an die Fans erklärt er, dass die Entscheidung „nach eingehenden Überlegungen und mit Bedauern“ gefallen sei.

Die Band bezeichnete das Gesetz als „verabscheuungswürdiges Gesetzesmachwerk, das zur Diskriminierung gegen eine ganze Gruppe amerikanischer Bürger aufruft. Die Auswirkungen sind weitreichend und haben einen negativen Einfluss auf fundamentale Menschenrechte“.

Band will lokale LGBT-Gruppen unterstützen

So sieht das umstrittene Gesetz unter anderem vor, dass Transgender in North Carolina nur jene öffentlichen Toiletten benutzen dürfen, die ihrem amtlich registrierten Geschlecht entsprechen. Außerdem untersagt das Gesetz öffentlichen Körperschaften, eigene, strengere Antidiskriminierungs-Richtlinien zu erlassen.

Eine Politik, die gegen die Grundsätze von Pearl Jam geht: Die Band setzt sich dafür ein, „dass Amerika ein Ort ist, an dem niemand von einem Geschäft zurückgewiesen wird, nur weil diese Person jemand liebt, oder niemand seinen Arbeitsplatz verliert, nur weil diese Person ist, wie sie ist“. Man werde lokale Organisationen unterstützen, die gegen das Gesetz eintreten, so Eddie Vedder weiter.

Immer mehr Künstler boykottieren North Carolina

Mit Pearl Jam haben erneut prominente Musiker angekündigt, aufgrund des diskriminierenden Gesetzes nicht in North Carolina aufzutreten. Zuvor haben bereits Bruce Springsteen, die Klassikrocker Boston und Ex-Beatle Ringo Starr ihre Auftritte abgesagt. Auch der Cirque du Solei hat einen Auftritt in dem US-Bundesstaat abgesagt.

Andere Künstler wie Cyndi Lauper und Mumford & Sons traten zwar in North Carolina auf, spendeten aber die Erlöse aus den Konzerten an lokale Organisationen, die für die Rechte von Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender kämpfen.