Cristian Kollmann: Schwuler Kandidat für Bürgermeisteramt in Bozen

Cristian Kollmann, Bürgermeister-Kandidat der separatistischen „Süd-Tiroler Freiheit“ (STF) für Bozen, hat sich in einem Zeitungsinterview als schwul geoutet.

Gegenüber der italienischsprachigen Tageszeitung „Alto Adige“ erklärte er, mit seinem Partner Florian, einem Nordtiroler, in Österreich eine Eingetragene Partnerschaft eingegangen zu sein. Ein entsprechendes Gesetz in Italien wird seit Jahren von konservativen Kräften blockiert.

Die Südtiroler Nationalisten dürften in diesem Punkt schon weiter sein: „Die Süd-Tiroler Freiheit setzt sich für die Selbstbestimmung des Menschen in allen Bereichen ein, auch im Privatleben. Meine Lebenspartnerschaft stellt in der Bewegung überhaupt kein Problem dar“, erklärt Kollmann in dem Interview. Unlängst sprach sich die Partei auch im Südtiroler Landtag dafür aus, das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare vollständig zu öffnen.

Welche Wirkung das Outing von Cristian Kollmann bei den Wählern der STF haben wird, ist unklar: Zwar sind diese eher wertekonservativ, aber überwiegend jung. Und in dieser Altersgruppe wird Homosexualität in sämtlichen politischen Lagern zumindest toleriert. Auf jeden Fall erreicht der Politiker damit wichtige Aufmerksamkeit: Immerhin gibt es für die Wahlen am 8. Mai gleich 13 Bürgermeister-Kandidaten.

Die „Süd-Tiroler Freiheit“ hat sich 2007 von den Südtiroler Freiheitlichen abgespalten. Durch den Bindestrich im Parteinamen soll die Trennung Nord-, Süd- und Osttirols kritisiert werden. Sie setzt sich für eine Volksabstimmung über die Abspaltung Südtirols von Italien ein und hat bei den letzten Wahlen sukzessive an Stimmen und Mandaten gewonnen.