Öffnet Nordirland die Blutspende für schwule Männer?

Fachkommission berät über Gesetzesänderung

Blutkonserven
Symbolbild - Rotes Kreuz

Irland könnte die Blutspende für schwule Männer öffnen. Zur Zeit sind Männer, die zumindest einmal Sex mit Männern hatten, von der Möglichkeit, Blut zu spenden, ausgeschlossen. Diese Regelung wurde auf dem Höhepunkt der Aids-Krise eingeführt. Nun könnte sich daran etwas ändern.

Das verantwortliche „Irish Blood Transfusion Service Board“ hält heute und morgen seine jährliche Sitzung ab. Dabei könnte auch dieses Thema besprochen werden und ein Vorschlag für eine Gesetzesänderung gemacht werden. Eine Entscheidung sollte in den nächsten Tagen verlautbart werden.

„Beendigung eines öffentlichen Stigmas“

Kieran Rose vom irischen „Gay and Lesbian Equality Network“ (GLEN) würde eine Öffnung begrüßen. „Die Blutspende ist der einzige Bereich, von dem schwule Männer komplett ausgeschlossen sind, und offensichtlich stigmatisiert das schwule Männer für viele Menschen“, erklärte er gegenüber dem Radiosender „Newstalk“.

Die letzte Entscheidung für eine Öffnung der Blutspende liegt dann beim irischen Gesundheitsminister Leo Varadkar, der offen schwul lebt. Das soll aber keine Rolle spielen: „Ich will, dass die Leute wissen, dass ich – egal in welcher Angelegenheit – danach entscheide, was ich für das öffentliche Interesse halte. Ich lasse mir meine Entscheidungen nicht von meinem persönlichen Hintergrund oder meiner sexuellen Orientierung diktieren“, so der 37-Jährige in der Vergangenheit.

England, Schottland und Wales haben Blutspende schon geöffnet

Möglich ist, dass Irland dann jene Richtlinien übernimmt, die derzeit in England, Schottland und Wales gelten. Dort dürfen schwule Männer, die mindestens 12 Monate keinen Sex hatten, Blut spenden. Eine ähnliche Regel gilt in den Niederlanden und Frankreich.

Nordirland hingegen hat seiner Regeln für die Blutspende nicht gelockert. Dort dürfen Männer, die Sex mit Männern hatten, weiterhin für den Rest ihres Lebens kein Blut spenden. Der konservative Gesundheitsminister Jim Wells verteidigt diese Regel. In der Vergangenheit ist er schon öfter durch homophobe Kommentare aufgefallen, Lesben- und Schwulenparaden bezeichnete er als „abstoßend“.