USA: Spitzen-Republikaner missbraucht Burschen – und zahlt Schweigegeld nicht

Einer der ehemals mächtigsten Männer der USA muss vor Gericht, weil er vor drei Jahrzehnten einen 14-Jährigen missbraucht hatte – und danach das vereinbarte Schweigegeld nicht zahlte.

Der drittmächtigste Mann der USA und ein 14-jähriger Bursche

Der Republikaner Dennis Hastert war von 1999 bis 2007 Vorsitzender des US-Repräsentantenhauses – und damit nach dem Präsidenten und dessen Vize offiziell der drittmächtigste Politiker der USA. Doch nun bringt ein Missbrauchsfall aus der Vergangenheit den heute 74-Jährigen vor Gericht.

Vor gut 30 Jahren, als Hastert noch High-School-Lehrer und Ringer-Trainer im US-Bundesstaat Illinois war, soll er einen damals 14-jährigen Burschen missbraucht haben. Damit der Fall nicht an die Öffentlichkeit kam, einigten sich der Politiker und sein früheres Opfer im Jahr 2010 auf die Zahlung von insgesamt 3,5 Millionen Dollar Schweigegeld.

Einzig: Dennis Hastert zahlte nicht die gesamte Summe. Heute sind noch 1,8 Millionen Dollar, also knapp die Hälfte ausständig. Deshalb klagt das Opfer, dessen Name geheim gehalten wird, den Ex-Politiker nun auf die Summe. Am Montag wurde die Klage in Yorkville in Illionis eingebracht.

Auch das bezahlte Schweigegeld bringt Probleme

Und auch die 1,7 Millionen Dollar, die Hastert an sein früheres Opfer schon bezahlt hatte, bringen den Republikaner nun in Schwierigkeiten: Um die Abhebungen vor den Behörden zu verstecken, soll er zwischen 2010 und 2014 mehr als hundert Mal Summen unter 10.000 Dollar abgehoben haben – und so der Meldepflicht der Banken ausgekommen sein. Von der Polizei dazu befragt, log Hastert. Nun hat er sich schuldig bekannt, illegale Bank-Transaktionen getätigt zu haben. Ein Urteil dazu wird für morgen erwartet.

Der Mann, der nun gegen Dennis Hastert klagt, ist übrigens nicht das einzige Opfer des ehemaligen Politikers: Von den 1960er- bis zu den 1980er-Jahren soll er nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens fünf Burschen missbraucht haben. Diese Taten sind mittlerweile verjährt. Heute arbeitet der 74-Jährige als hochbezahlter Lobbyist.