Ägypten: Bis zu zwölf Jahre Haft für Homosexualität

Ein Gericht hat in Ägypten elf Männer wegen mutmaßlicher Homosexualität zu Haftstrafen bis zu zwölf Jahren verurteilt. Da Homosexualität in dem nordafrikanischen Staat eigentlich nicht illegal ist, lautete die Anklage auf „Ausschweifungen und Anstiftung zur Ausschweifung“.

Die Angeklagten sollen über soziale Netzwerke sexuelle Dienste angeboten haben. Allerdings stufen Behörden in Ägypten auch einvernehmlichen Sex zwischen Männern als Prostitution ein. Sie wurden im vergangenen Herbst in ihren Wohnungen in einem Vorort von Kairo festgenommen. Wie lokale Medien berichteten, wurden dabei auch Sextoys gefunden.

Nun wurden die Urteile gesprochen: Drei Männer wurden zu jeweils zwölf Jahren Haft verurteilt, weitere drei zu neun Jahren Haft, einer zu sechs Jahren und vier Männer müssen für drei Jahre ins Gefängnis.

Seit die Militärregierung von Präsident Abdel Fattah al-Sisi in Ägypten an der Macht wird, haben Behörden verstärkt die schwule Szene des Landes im Visier: So möchten sich die Machthaber bei der Öffentlichkeit als Hüter der Moral inszenieren.

Dafür sind Männer, die Sex mit Männern haben, ein gutes Ziel: Denn einer Umfrage aus dem Jahr 2013 glauben 95 Prozent der Bevölkerung, Homosexualität solle in der Gesellschaft nicht geduldet werden.