Deutsche Regierung warnt: Mehr Geschlechtskrankheiten durch Grindr und Co.

Dating-Portale als besondere Gefahr für schwule Männer

Grindr
Symbolbild - Montage: GGG.at

In Deutschland warnt die Bundesregierung vor einer Zunahme von Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten durch Dating-Portale im Internet. Besonders gefährdet sind dabei schwule Männer.

Dating-Portale, Party-Drogen und Geschlechtskrankheiten

Soziale Netzwerke wie Facebook und Dating-Portale wie Grindr oder PlanetRomeo „verändern und erleichtern die Kontaktaufnahme“, so ein Bericht der Bundesregierung über die Strategie zur Eindämmung sexuell übertragbarer Infektionen. Besonders berücksichtigt müsse dabei „die Bedeutung von Dating-Portalen zur Kontaktanbahnung sowie der Konsum von Party- und Sexdrogen in einer Teilgruppe von Männern, die Sex mit Männern haben“ werden.

Das heißt: Den Experten der Bundesregierung zufolge sind User von Dating-Apps wie Grindr oder Portalen wie PlanetRomeo besonders anfällig, spontanen und risikoreichen Sex zu haben.

Besonders gefährdet seien dabei „neue Gruppen“ von Drogenkonsumenten, die Partydrogen wie Crystal Meth nehmen: „Durch den Konsum dieser Drogen werden sowohl das Sexual- als auch das Schutzverhalten beeinflusst“, so der Regierungsbericht.

Zahl der Syphilis-Infektionen hat sich in fünf Jahren verdoppelt

Und die Zahlen scheinen diese Theorie zu bestätigen. So hat sich die Zahl der Syphilis-Infektionen von 2009 bis 2014 auf etwa 5.700 Fälle in Deutschland mehr als verdoppelt. Außerdem gab es 2014 rund 2.300 Neuinfektionen mit Hepatitis B und 5.800 mit Hepatitis C.

Auch warnt der Regierungsbericht vor einer Ansteckung mit Tripper oder Chlamydien, weil viele Erreger mittlerweile gegen Antibiotika resistent sind. Gefährlich sei auch das Humane Papillomvirus (HPV). Es könne bei Männern „zu Analkrebs oder einem Peniskarzinom führen“.

Und trotz der besseren Behandlungsmöglichkeiten bleibt die Zahl der neu entdeckten HIV-Infektionen in unserem Nachbarland auf hohem Niveau stabil: So wurde 2014 bei 3.200 der HI-Virus erstmals nachgewiesen. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 84.000 HIV-Positive. „Fast drei Viertel der Menschen mit HIV gehört der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben, an“, so der Bericht der Bundesregierung.