[Video] Netflix reduziert Queer Movies in Großbritannien

Vor allem nackte Haut wurde aus dem Programm genommen

Szenenbild aus
pro-fun Media

Nicht nur die deutsche Online-Videothek Maxdome dünnt ihr Angebot für Lesben und Schwule aus: In Großbritannien hat nun der US-Anbieter Netflix per 1. Mai einige LGBT-Filme aus dem Angebot entfernt.

Insgesamt sechs Filme sind auf der Insel für Netflix-Nutzer nicht mehr verfügbar: Darunter „Eating Out: Drama Camp“ mit Chris Salvatore, den belgischen Film „Mixed Kebab“, den preisgekrönten spanischen Film „Angels of Sex“ und „Our Paradise“, ein Drama aus Frankreich.

Alle diese Filme sind aufgrund der Sex-Szenen in Großbritannien erst ab 18 Jahren freigegeben. Der US-Film „Role/Play“ und „Suicide Room“ aus Polen sind für User ab 15 Jahren zu sehen und bei Netflix UK ebenfalls nicht mehr im Programm.

Netflix zeigt deutlich weniger nackte Haut

Dafür wurden andere Filme mit LGBT-Thematik ins beim britischen Netflix-Ableger ins Programm genommen. Dazu gehört unter anderem „Lilting“, ein britisches Drama mit Ben Whishaw. Was allerdings auffällt: Die Anzahl jener Filme, die auch Fleisch zeigen, bleibt deutlich reduziert.

Eigentlich gilt Netflix als Pionier, wenn es um die Darstellung von LGBT-Figuren geht. Die von der Online-Videothek selbst produzierten Serien wie „Orange is the New Black“, „House of Cards“, „Sense8“, „Grace and Frankie“ oder „Unbreakable Kimmy Schmidt“ haben alle schwule, lesbische, bisexuelle oder transgender Figuren.

Einer Erhebung der Medienorganisation GLAAD zufolge haben Netflix-Serien mehr LGBT-Figuren als alle großen US-Sender zusammen. Doch wenn es um nackte Haut oder gleichgeschlechtliche Sex-Szenen geht, hört sich die Toleranz von Netflix Großbritannien offenbar auf. Die Firma war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.