[Video] Regenbogenflaggen beim Song Contest: Das ist wirklich verboten

Pressesprecher erklärt die Flaggen-Regelung für Stockholm

Regenbogenflagge
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Für Aufregung unter Song-Contest-Fans sorgte ein Artikel des britischen Online-Portals PinkNews: Das Schwenken von Regenbogenflaggen als politisches Zeichen sei während den Live-Shows verboten, zitierte die Seite aus der entsprechenden Richtlinie der European Broadcasting Union (EBU). Nun gibt der deutsche Song-Contest-Experte Jan Feddersen in seinem Blog Entwarnung.

Sind Regenbogenflaggen ein politisches Statement?

In der Richtlinie heißt es wörtlich, „Regenbogenflaggen und die Flagge der Europäischen Union werden toleriert, wenn sie, nach Bewertung der Organisatoren, nicht gezielt genutzt werden, um während der Show ein politisches Statement abzugeben“. Das könnte heißen, dass die Flaggen beispielsweise beim schwedischen Beitrag in Ordnung sind, beim russischen Lied aber nicht.

Denn aufgrund der Diskriminierung sexueller Minderheiten in Putins Russland wurde dieser Beitrag in den letzten beiden Jahren vom Publikum ausgebuht. Sowohl der dänische Rundfunk DR als auch der ORF schnitten während dem Auftritt immer wieder Regenbogenfahnen aus dem Publikum in den Beitrag Russlands.

Schweden steht auch beim Song Contest zu LGBT-Rechten

Das könnte auch dieses Jahr der Fall sein: Der für das schwedische Fernsehen SVT verantwortliche Produzent Christer Björkman ist offen schwul, und der Sender ist dafür bekannt, zu seinen Prinzipien zu stehen: So zeigte er im Pausenprogramm für den Song Contest 2013 in Malmö eine Hochzeit zweier Männer als Beispiel für die Vielfalt Schwedens. Auch will SVT, anders als der ORF, die Buhrufe des Publikums während eines Beitrags nicht aus dem offiziellen Tonsignal ausblenden.

Das könnte entscheidend sein: Denn der russische Beitrag, „You Are The Only One“ von Sergej Lazarev, gilt als einer der Favoriten im diesjährigen Song Contest. Und das russische Fernsehen könnte aufgrund der Regenbogenflaggen und Buhrufe nachträglich Beschwerde bei der EBU einlegen.

Nun gibt Jan Feddersen Entwarnung: Der Song-Contest-Experte hat Dave Goodman, Pressesprecher des ESC, gefragt, wie die Flaggenrichtlinie korrekt zu interpretieren sei. Die Regenbogenflaggen dürften nicht als „politisches Werkzeug“ missbraucht werden, erklärte Goodman: „Ein politisches Statement könnte zum Beispiel sein, wenn man versucht, während eines bestimmten Auftritts Kameras mit Flaggen oder Bannern zu blockieren, aber es gibt keine verbindliche Liste.“

Das heißt: Regenbogenflaggen dürfen von den Fans in der Globe Arena auch während des Auftritts von Sergej Lazarev geschwenkt werden. Doch der Ablauf der Veranstaltung dürfe dadurch nicht gestört werden – was aber sowieso kein echter Fan des Song Contest machen würde.