Interview: Volker Beck pocht auf sein Recht, Fehler machen zu dürfen

"Vielleicht sind wir gerade mit unseren Fehlern repräsentativ", meint Volker Beck

Volker Beck
Stefan Kaminski

Volker Beck ist nun endgültig wieder zurück auf der politischen Bühne: In einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger forderte der 55-Jährige sein Recht auf Privatsphäre ein – und richtet seinen politischen Gegnern aus, dass mit ihm wieder zu rechnen ist.

„Es muss sich niemand Sorgen um mich und meine Arbeit machen. Ich bin bei Sinnen und habe einen klaren Kopf“, erklärte Beck der Zeitung. Er sei nach der Drogenaffäre vom März wieder voll einsatzfähig.

Keine höheren moralischen Standards für Politiker?

Und er pochte mit Nachdruck auf sein Recht auf Privatsphäre. Dass für ihn als Bundestagsabgeordneten, der gerne auch moralisierte, höhere Standards gelten, stritt Volker Beck ab: „Vielleicht sind wir gerade mit all unseren unterschiedlichen Fehlern repräsentativ für das Volk, das wir vertreten sollen“, meint er kleinlaut.

Ein Vorbild müssten Politiker nur „in der Übereinstimmung zwischen dem sein, was wir vor Wahlen ankündigen und danach umsetzen“, erklärte Beck dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Wiederkandidatur von Beck bleibt ungewiss

Ob Beck, der seit 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages ist, auch im kommenden Jahr für ein Mandat kandidieren will, lässt er vorerst offen: „Sagen wir so: Ich bin noch da, und ich werde und will mich weiter einmischen für Menschenrechte, ob im Parlament oder in der Zivilgesellschaft“, so der dienstälteste Abgeordnete der Grünen.

Mittlerweile hatte auch Sven Lehmann, Landesvorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, angekündigt, ein Bundestagsmandat anzustreben. Lehmann, der ebenfalls schwul und aus Köln ist, würde dann praktisch mit Beck um das gleiche Mandat rittern.

Beck war Anfang März mit 0,6 Gramm einer Substanz, die vermutlich Crystal Meth war, in der Nähe des Berliner Nollendorfplatzes erwischt worden. Gegen die Zahlung von 7.000 Euro wurde das Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Beck selbst war, nachdem die Affäre öffentlich gemacht wurde, für ein Monat krankgeschrieben worden.