Wird das Stonewall Inn zum US-Nationaldenkmal?

Eine besondere Ehre für jenen Ort, an dem die moderne Schwulenbewegung entstand

Stonewall Inn (Archivbild)
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US-Präsident Barack Obama will offenbar die Bar Stonewall Inn, Startpunkt der modernen Schwulenbewegung, zum Nationaldenkmal ernennen. Entsprechende Gespräche und eine Ortsbegehung dazu soll es gestern, am 9. Mai, in New York gegeben haben, berichtet die „Washington Post“.

Das Stonewall Inn wäre das erste Nationaldenkmal der USA für Lesben und Schwule. Normalerweise wird diese Ehre eher Landschaften und Monumenten zuteil. Die Ernennung könnte schon in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden.

Die „Stonewall Riots“ gelten als Geburtsstunde für die moderne Schwulenbewegung: Aus Protest gegen eine unangemeldete Razzia in dem Lokal in der Christopher Street leisteten die Besucher in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 Widerstand: Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die mehrere Tage andauerten.

In der Folge organisierten sich die ersten Schwulengruppen wie die „Gay Liberation Front“, die für die Straffreiheit, Anerkennung und Gleichberechtigung Homosexueller kämpften. Knapp ein halbes Jahrhundert später können schwule und lesbische Paare in den USA heiraten, in der Armee dienen, sind vor Diskriminierung geschützt und bekommen Hinterbliebenenpensionen.

Das Jubiläum dieser Ereignisse ist der Grund, warum in vielen Städten im Juni Pride-Veranstaltungen stattfinden. Das Stonewall Inn war erst letztes Jahr von der Stadt New York unter Denkmalschutz gestellt worden