David Cameron für schnelle Entscheidung über PrEP in Großbritannien

"Die Behandlungen können einen Unterschied machen"

David Cameron
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Als einer der ersten Staatschefs der Welt hat der britische Premierminister David Cameron auf die Wichtigkeit der Präexpositionsprophylaxe (PrEP) im Kampf gegen HIV und Aids hingewiesen. Bei einer Fragestunde im Parlament drängte er die nationale Gesundheitsorganisation NHS auf eine schnelle Antwort in dieser Frage.

Krankenkasse in England spielt auf Zeit

Angesprochen wurde Cameron auf das Thema vom konservativen Abgeordneten Mike Freer, der die fraktionsübergreifende Parlamentariergruppe zum Thema HIV leitet. „Die HIV-Infektionsraten in Großbritannien steigen, und wie mein ehrenwerter Kollege weiß, weigert sich NHS England, eine präexpositionsprophylaktische Behandlung zu bezahlen.“
Derzeit diskutiert man innerhalb der Behörde, ob man die PrEP – eine tägliche Dosis des HIV-Medikaments Truvada, die das Risiko einer HIV-Infektion drastisch senkt – für besonders gefährdete Gruppen finanzieren soll. Ein Pilotversuch zeigte, dass die Anzahl der Neuinfektionen dramatisch zurückging. Doch die Behörde spielt auf Zeit – und anstatt die PrEP für Männer, die Sex mit Männern haben, zu genehmigen, hat sie eine weitere Untersuchung in Auftrag gegeben.

Cameron drängt auf schnelle Entscheidung

Freer wollte vom Premierminister deshalb wissen, ob er sich mit Freer und einigen Aidshilfen treffen würde, um diese Entscheidung noch einmal zu besprechen. Und Cameron machte klar: „Ich möchte, dass sie diese Entscheidung schnell treffen, am besten dieses Monat, weil die Zahl der Infektionen ohne Zweifel ansteigt. Diese Behandlungen können helfen und einen Unterschied ausmachen“, so Cameron.
Diese Anfragebeantwortung von Cameron war die bisher positivste Stellungnahme der britischen Regierung zur PrEP. Doch wenig später wurden die Aussagen wieder relativiert: In einem Brief an HIV-Aktivisten bekräftigte Gesundheitsminister Jeremy Hunt, dass zuänchst getestet werden müsse, ob Truvada als PrEP kosteneffektiv sei.

Schottland überlegt Alleingang

Doch während man in England und Wales noch über die Zulassung von Truvada zur HIV-Prävention streitet, ist man weiter nördlich schon einen Schritt weiter: Nicola Sturgeon, Erste Ministerin Schottlands, hat bereits angekündigt, dass der Landesteil auch im Alleingang die PrEP für HIV-Riskogruppen einführen würde.
Täglich eingenommen kann Truvada, gemeinsam mit Kondomen, die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion um bis zu 99 Prozent senken. In einigen Ländern wie den USA, Kanada, Frankreich oder Israel wird die PrEP bereits zur Vorbeugung von HIV-Infektionen bei besonders gefährdeten Zielgruppen eingesetzt.