Akzeptanz gegenüber Lesben und Schwulen steigt in den Niederlanden

Auch konservative Menschen werden toleranter

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Die Akzeptanz gegenüber sexuellen Minderheiten nimmt in allen Bevölkerungsgruppen der Niederlande zu. Zu diesem Ergebnis kommt der „LHBT-monitor 2016“, den das staatliche Sozialforschungsinstitut „Sociaal en Cultureel Planbureau“ vorige Woche vorgestellt hat.
Demnach sind auch religiös-konservative Menschen in den Niederlanden gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern toleranter geworden. Während im Jahr 2006 noch 15 Prozent der Bevölkerung Homo- und Bisexualität gegenüber negativ eingestellt waren, ist dieser Wert zehn Jahr später auf sieben Prozent gesunken.

Damit seien die Niederlande eines der tolerantesten Länder Europas erklärt Lisette Kuyper, die an der Studie beteiligt war. „Menschen haben wenig bis keine Probleme mit der Homoehe, dem Recht so zu leben, wie homosexuelle Frauen und Männer das selbst wollen, und einer homosexuellen Orientierung der eigenen Kinder oder einer Lehrkraft“, heißt es dazu in dem Bericht.

Dennoch gibt es zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen große Unterschiede in der Akzeptanz sexueller Minderheiten. Wie der „LHBT-monitor“ aufzeigt, ist die Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Ehen bei strenggläubigen, türkischen, marokkanischen, somalischen und polnischen Niederländern niedriger als bei anderen Bevölkerungsgruppen.