Überraschende Kosovo Pride war ein voller Erfolg

Staatspräsident und Botschafter marschierten für LGBT-Rechte durch Pristina

Kosovo Pride 2016
Agim Margilaj/Twitter

Ein voller Erfolg war die zweite Lesben- und Schwulenparade des Kosovo, die gestern in der Hauptstadt Pristina anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) stattgefunden hat.

Mehrere hundert Teilnehmer marschierten auf den Straßen von Pristina, von zahlreichen Polizisten beschützt. Unter den Teilnehmern waren unter anderem Hashim Thaçi, der Präsident des Kosovo, Außenminister Petrit Selimi sowie die Botschafter von Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Die US-Botschaft in Pristina hisste im Vorfeld des Kosovo Pride auch die Regenbogenflagge.

Auf Plakaten und Transparenten forderten die Teilnehmer im Kosovo eine „homophobiefreie Zone“, auf anderen stand „Ich bin out, also bin ich“ oder „Oute dich jetzt, frag’ uns, wie“.

Organisiert wurde die Kosovo Pride von drei LGBT-Organisationen: Dem Zentrum für Gleichheit und Freiheit, dem Zentrum für die Entwicklung sozialer Gruppen und dem Zentrum für soziale Emanzipation. „Sexuelle Orientierung und Geschlechteridentität sollte kein Grund für Diskriminierung sein“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Der Marsch sei für LGBT-Personen, „die nicht Teil des Marsches sein können, weil sie von Homo- und Transphobie im Kosovo umgeben sind“. Aus Angst vor gewalttätigen Gegendemonstrationen wurde der Termin für den Marsch im Voraus nicht bekanntgegeben. Doch die Ängste waren diesmal unbegründet: Die Kosovo Pride ging friedlich und ungestört über die Bühne.