Lehrer wurde geschlagen, weil er lesbisches Paar verteidigen wollte

In Bremen ist ein Sportlehrer von Jugendlichen körperlich angegriffen worden, weil er zwei sich küssende Mädchen verteidigt hat. Zwei der mutmaßlichen Täter konnten mittlerweile gefasst werden. Gegen sie wird jetzt wegen Verdachts auf ein Hassverbrechen ermittelt.

Lehrer wollte Gruppe Jugendlicher zur Rede stellen

Die Tat ereignete sich Freitagabend vor der Turnhalle an der Glockenstraße im Stadtteil Hemelingen: Der 30-jährige Sportlehrer verließ die Halle nach dem Unterricht gegen 19.30 Uhr. Vor dem Gebäude küssten sich zwei Mädchen – was einer Gruppe männlicher Jugendlicher offenbar nicht gefiel. Sie beleidigten die Mädchen mit Sätzen wie „Ihr Scheiß-Lesben“, wie die Bremer Polizei berichtet.

Das wollte der Sportlehrer nicht unkommentiert lassen: Er ging dazwischen, um die Situation zu beruhigen. Doch die Jugendlichen bedrängten ihn und schlugen auf  ihn ein – dem Polizeibericht zufolge auch mehrere Male mit der Faust ins Gesicht. Anschließenden flüchteten die Täter.

Opfer verfolgte die Täter auf dem Fahrrad

Der 30-Jährige ließ sich davon aber nicht einschüchtern: Mit dem Fahrrad nahm er zunächst die Verfolgung auf, verlor die Jugendlichen dann aber aus den Augen. Am Bahnhof Hemelingen traf er Polizisten, denen er schilderte, was passiert war. Die Beamten leiteten daraufhin umgehend eine Fahndung ein.

Schließlich konnten Polizisten zwei Mitglieder der Bande vorübergehend festnehmen. Dabei handelt es sich um zwei 15 und 16 Jahre alte Jugendliche. Sie wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen ihren Erziehungsberechtigten übergeben. Die Suche nach den weiteren Tätern dauert an.

Auf die Burschen wartet nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung mit dem Verdacht eines homophoben Hintergrundes.

„Die Polizei meint: Daumen hoch für seinen Mut!“, loben die Bremer Beamten auf ihrer Facebook-Seite den Sportlehrer, und fügt hinzu: „Unser Tipp: Helfen Sie, wenn Hilfe geboten erscheint! Aber Achtung: Begeben Sie sich möglichst nicht selbst in Gefahr!“