[Video] Schwules Paar knutscht gegen Neonazis in Madrid

...und zeigt den rechten Demonstranten auch noch den Mittelfinger

David Fernández und Gregor Eistert
Screenshot: El País

Malasaña ist derzeit eines der angesagtesten Viertel in der spanischen Hauptstadt Madrid. Direkt an der Gran Vìa gelegen und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schwulendistrikt in Chueca zieht es mit seinen engen verwinkelten Gassen und kleinen Geschäften viele junge und kreative Menschen an – doch nicht nur die: Am Samstag protestierten fast 1000 Neonazis in dem Viertel. Ein schwules Paar stellte sich dem Mob mutig entgegen.

Der 23-jährige David Fernández und sein Date Gregor Eistert hielten gerade Händchen und suchten einen Platz in einem Straßencafé, als die Kellner begannen, die Tische und Sessel des kleinen Schanigartens wegen einer Demonstration ins Lokal zu stellen. Aufgerufen hatte dazu „Hogar Social Madrid“, eine rechtsextreme Vereinigung.

Mutige Spontan-Aktion gegen den Mob

Unter anderem skandierte die Gruppe ausländer-, lesben- und schwulenfeindliche Sprüche. „Ich war voll Wut, als ich hörte, was sie sagten“, erinnert sich Fernández im Gespräch mit der spanischen Zeitung „El Español“: „Also habe ich Gregor genommen und begonnen, ihn zu küssen. Es war toll.“ Dass sie von den verdutzten Demonstranten als „Schwuchteln“, „krank“ und „Aids-Patienten“ beschimpft wurden, war ihnen egal – sie zeigten ihnen den Mittelfinger.

Schließlich riet ihnen ein Polizist, den Ort der Demonstration aus Sicherheitsgründen zu verlassen. Doch zu diesem Zeitpunkt war der Protest von David Fernández und Gregor Eistert gegen den rechten Mob schon in der Welt. Auf Twitter hieß es, es handle sich um einen „wunderschönen und epischen Moment“, und User wünschten dem Paar „ewige Liebe“ – und fügen hinzu: „Danke, dass ihr so mutig wart.“