Blutspendeverbot für schwule Männer fällt auch in Nordirland

Neue Gesundheitsministerin kündigt Änderung der Richtlinien an

Blutkonserve
Symbolbild - DRK

Auch Nordirland wird sein Blutspendeverbot für schwule und bisexuelle Männer aufheben. Das hat die neue Gesundheitsministerin Michelle O’Neill am Donnerstag beim Besuch einer LGBT-Einrichtung angekündigt.

Blutspende-Regeln werden an Situation in Großbritannien angeglichen

Sie sagte, dass sie das Verbot zugunsten jener Regelung aufheben möchte, die bereits in England, Wales und Schottland gilt: Dort können Männer seit November 2011 Blut spenden, wenn ihr letzter gleichgeschlechtlicher Sex länger als ein Jahr zurückliegt. Die neue Regelung könnte am 1. September in Kraft treten. „Ich werde das Northern Ireland Blood Transfusion Service entsprechend anweisen“, so die Ministerin.

„Die Sicherheit von gespendetem Blut hängt von zwei Faktoren ab: Der Auswahl der Spender und dem Testen des Blutes. Jede Blutspende wird auf HIV und andere Organismen getestet“, erklärte O’Neill bei ihrem Besuch im Rainbow Project in Belfast. Da aber auch modernste Tests keine hundertprozentige Sicherheit bieten könnten, „ist es lebenswichtig, dass jeder Spender die für ihn zutreffenden Regeln einhält.“

Freude in der Community über Ende des Blutspende-Banns ist groß

John O’Doherty, Leiter des Rainbow Project in Belfast, freut sich, dass die guten Nachrichten in seiner Einrichtung verkündet wurden: Das Zentrum biete Beratung und Tests für sexuelle Gesundheit – „und deshalb sind wir besonders stolz, dass hier die Ministerin die Ankündigung gemacht hat, dass sie das lebenslange Verbot für Blutspenden von schwulen und bisexuellen Männern aufheben wird.“

Das Verbot wurde in den 1980er Jahren, am Höhepunkt der Aids-Krise verhängt. In den vergangenen Jahren haben sich sämtliche nordirischen Gesundheitsminister geweigert, das Blutspendeverbot für schwule und bisexuelle Männer aufzuheben. Nach den Parlamentswahlen wird das Ministerium aber nicht mehr von einem Politiker der Democratic Unionist Party (DUP) geleitet, sondern von der Sinn Féin zugehörigen Michelle O’Neill.

Ersten Reaktionen zufolge werden sich die DUP-Minister in der Regierung den Vorstoß von Michelle O’Neill nicht blockieren. Auch die Oppositionsparteien im nordirischen Parlament haben angekündigt, das Ende des lebenslangen Blutspendeverbots für schwule und bisexuelle Männer zu unterstützen.