LGBT-Aktivist in Honduras entführt und ermordet

Vertreter der Community trauern um René Martinez

René Martinez
privat

Im Honduras wurde der LGBT-Aktivist René Martinez tot aufgefunden, nachdem er am Mittwoch vor seiner Wohnung entführt wurde. Unbekannte zwangen den 39-Jährigen in ein Fahrzeug, als er nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause war.

Zwei Tage später wurde in der Nähe seines Wohnortes die Leiche von Martinez gefunden. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge wurde er erdrosselt. Wie die Zeitung „La Prensa“ berichtet, haben seine Angehörigen die Leiche am Freitag bereits identifiziert.

Gründe für die Ermordung sind noch unklar

René Martinez war Vorsitzender der „Comunidad Gay Sampredrana“, einer lokalen LGBT-Gruppe aus San Pedro Sula, der zweitgrößten Stadt des Landes, in der er auch lebte. Die Gruppe arbeitete im gesamten Norden des Landes. Außerdem hat er an einem Anti-Gewalt-Programm mitgearbeitet, das gemeinsam mit der US-Agentur für Internationale Entwicklung durchgeführt wurde.

Nähere Umstände zu seinem Tod sind noch nicht bekannt. In der LGBT-Community des mittelamerikanischen Landes sorgt die Nachricht von seinem Ableben für Bestürzung. „René war ein brillanter politischer Führer der LGBT in Honduras“, erklärt Luis Abolafia Anguita vom Gay and Lesbian Victory Institute gegenüber dem „Washington Blade“.

US-Botschaft verurteilt Mord an René Martinez

In einer ersten Stellungnahme hat auch die US-Botschaft in Honduras den Mord verurteilt: „Er war ein Führer der LGBT-Community in San Pedro Sula und eine aufsteigende politische Figur in Honduras. Sein Tod ist ein großer Schock.“ Politisch engagierte er sich bei der regierenden Nationalpartei Honduras.

„Wir drücken seinen Freunden und der Familie unser Beileid aus und erwarten eine vollständige Aufklärung der Umstände seines Todes“, heißt es in der Stellungnahme weiters. Man habe den Behörden von Honduras dabei bereits Hilfe angeboten, so die US-Botschaft weiter.

Der Tod von René Martinez ist nicht das erste Mal, dass ein LGBT-Aktivist in Honduras gewaltsam ums Leben kam: Im Jahr 2009 wurde Walter Tróchez in der Hauptstadt Tegucigalpa ermordet. Paola Barraza, eine Transfrau und Menschenrechtsaktivistin, wurde im Jänner vor ihrem Haus in Comayagüela erschossen.

Insgesamt sollen in den letzten Jahren mehr als 150 Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender in Honduras wegen ihrer sexuellen Orientierung umgebracht worden sein, erklärt Ever Guillén von der LGBT-Organisation „Kukulkán“, dem „Washington Blade“. Es handle sich dabei um eine „systematische Verletzung von Menschenrechten“.