Gedenken an Opfer vor Orlando: Schwules Paar in Moskau festgenommen

Polizisten entfernten Schild mit der Aufschrift 'Die Liebe siegt'

Felix Gljukman (re.) mit Polizisten
Felix Gljukman/Facebook

In Moskau wurde jetzt ein schwules Paar von der Polizei festgenommen, weil vor der US-Botschaft den Opfern des Anschlags von Orlando gedenken wollte. Das berichte die Zeitung „RBK“.

Zunächst wollten der russische Journalist Islam Abdullabeckow und sein Freund Felix Gljukman Blumen vor der Botschaft niederlegen. Das hatten auch zahlreiche andere Moskauer zuvor ohne Probleme getan. Als sie auch ein Schild mit der Aufschrift „Die Liebe siegt“ vor die Botschaft stellen wollen, wurden die beiden Männer von Ordnungskräften daran gehindert – und vorübergehend festgenommen.

Auch andere Moskauer gedachten der Opfer – ohne Probleme

Die beiden Männer waren nicht die einzigen Moskauer, die vor der US-Botschaft der Opfer von Orlando gedachten. Zahlreiche Blumen und Kerzen zeigen von dem Mitgefühl, das die Bewohner der russischen Hauptstadt haben. „Aber die Polizisten haben unser Schild genommen und uns gesagt, wir sollen gehen. Aber Islam sagt, wir wollen nicht, woraufhin ihn der Polizist nahm und uns ins Auto gesteckt hat.“

Offiziell erfolgte die Festnahme wegen eines Verwaltungsvergehens. Ob das schwule Paar mit seinem Schild beispielsweise gegen das „Homo-Propaganda“-Gesetz verstoßen hat, ist nicht klar. „Wir wollten nur unser Beileid für die Morde an diesen Menschen ausdrücken, wir hatten keine politischen Aktionen geplant“, versichert Abdullabeckow. Auf Facebook posteten die beiden Männer Fotos dann noch aus dem Streifenwagen. „Das ist völlig surreal“, schrieb er dazu.