Nationalrat gedenkt den Opfern von Orlando

Bures: "Angriff aufgrund sexueller Orientierung ist ein Angriff auf uns alle"

Österreichisches Parlament
Peter Korrak/Parlamentsdirektion

Der Nationalrat hat heute zu Beginn seiner Sitzung den Opfern des Terroranschlages in Orlando gedacht. Nationalratspräsidentin Doris Bures von der SPÖ hat in diesem Zusammenhang auch erwähnt, dass es sich dabei um einen Anschlag gegen die LGBT-Community handelte.

Zu Beginn der Sitzung bat Bures die Abgeordneten zu einer Gedenkminute als Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls mit den Familien und Freunden der Ermordeten. Der Nationalrat schloss auch all jene in das Gedenken ein, die in den vergangenen Wochen und Monaten Opfer von Terror und Krieg wurden.

„Demokraten müssen Extremisten entgegentreten“

„Als Demokratinnen und Demokraten haben wir die Aufgabe, Extremisten und ihren gezielten Angriffen auf unsere Lebensweise und unsere offene Gesellschaftsordnung entgegenzutreten“, verurteilte Bures den Terroranschlag. „Wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, politischer bzw. religiöser Überzeugung oder ihrer sexuellen Orientierung angegriffen werden, so ist dies ein Angriff auf uns alle!“

Bundeskanzler Christian Kern hat bereits am Sonntag auf Facebook seine Trauer über das Unglück zum Ausdruck gebracht, als er auf seinem öffentlichen Profil das Wappen der Stadt Orlando mit einer Regenbogenschleife gepostet hat.

Ministerien hissen Regenbogenflagge

Auch Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser und Verkehrsminister Jörd Leichtfried (beide SPÖ) haben zu dem Terroranschlag in Orlando Stellung genommen. Anlass war die Beflaggung des Amtsgebäudes in der Radetzkystraße, in dem beide Ministerien ihren Sitz haben, mit der Regenbogenflagge.

Das Attentat „hat uns auf traurige Art und Weise vor Augen geführt, dass Homo- und Transphobie auch in unseren so genannten westlichen Gesellschaften noch immer Teil des Alltags sind.“, erklärte Oberhauser. Man dürfe sich nicht einschüchtern lassen, sondern „lautstark immer wieder das Recht und die Freiheit zu lieben, wen man möchte, einfordern“, so die Gesundheitsministerin.

Auch der Verkehrsminister verurteilte den Anschlag in Orlando aufs Schärfste. „Wir leben in einer Gesellschaft, die von Vielfalt und Diversität geprägt ist und die nur mit Solidarität und Respekt für alle funktionieren kann. Deshalb müssen wir jeden Tag aufs Neue gegen Ausgrenzung und Diskriminierung – egal welcher Art – eintreten“, betont Leichtfried.

International wurde unter anderem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert, weil sie zwar den Anschlag von Orlando bedauerte und den Opfern und Angehörigen ihr Mitgefühl aussprach – dass es ein gezielter Anschlag auf sexuelle Minderheiten war, erwähnte sie allerdings nicht.