Morgen staut’s am Ring: Regenbogenparade und „Marsch für Jesus“

Beide Veranstaltungen wollen respektvoll miteinander umgehen

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HOSI Wien

Morgen wird es auf der Wiener Ringstraße ein dichtes Gedränge geben – und das liegt nicht nur an der 21. Regenbogenparade, die ab 15.00 bei der Schottengasse startet. Denn zuvor marschieren Christen unterschiedlicher Konfessionen beim „Marsch für Jesus“ über den Prachtboulevard. Und auch der „Marsch für die Familie“, die alljährliche erzkonservative Gegenveranstaltung zur Regenbogenparade, gibt es dieses Jahr wieder.

Regenbogenpark ab 10.00 geöffnet

Wer sich passend auf den Höhepunkt des LGBT-Jahres in Wien vorbereiten möchte, kann dies bereits ab 10.00 Uhr beim Regenbogenpark vor der Votivkirche machen, der von der HOSI Wien als Ersatz für das Pride Village organisiert wurde. Ab 15.00 Uhr geht es dann mit der Parade los: Unter dem Motto „Grenzen überwinden“ werden die Teilnehmer einmal den gesamten Ring befahren oder begehen.

Doch dieses Jahr gehört die Ringstraße nicht den Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern alleine. Bereits ab 12.30 Uhr beginnt am Heldenplatz ein „Marsch für Jesus“. Bei dem von der Initiative „Christen in Wien“ organisierten Marsch handelt es sich um ein Treffen Gläubiger unterschiedlicher Konfessionen. Nach der Ring-Runde gibt es am Heldenplatz eine Abschlusskundgebung.

HOSI Wien ruft zu Respekt auf

Regenbogenparade und der „Marsch für Jesus“ haben ihre Zeitpläne aufeinander abgestimmt, damit beide Gruppen ungestört feiern können. Es war dies bis zu einem gewissen Grad auch ein Entgegenkommen der christlichen Aktivisten – denn diese hatten ihre Veranstaltung vor der Parade angemeldet.

Dem entsprechend ersucht auch Christian Högl, Obmann der HOSI Wien und Veranstalter der Regenbogenparade, um Respekt gegenüber dieser Gruppe: „Wir sind den Veranstaltern des ,Marsches für Jesus‘ für ihr Entgegenkommen sehr dankbar, und deshalb appellieren wir an alle Paradenteilnehmer, diesem Marsch mit dem nötigen Respekt zu begegnen und auf jegliche Provokationen zu verzichten“, so Högl.

Auch Gegendemo zur Regenbogenparade findet statt

Weniger Respekt werden vermutlich die Teilnehmer einer anderen Demonstration bekommen, die ebenfalls am Samstag durch die Wiener Innenstadt marschieren wollen: Der klerikal-reaktionäre „Marsch für die Familie“ versteht sich als Gegenkundgebung zur Regenbogenkundgebung und zieht neben den geplanten Teilnehmern auch immer wieder linksalternative Gegendemonstranten an.

Zu den Organisatoren gehört dieses Jahr Georg Immanuel Nagel, der vor allem durch seine verzweifelten Auftritte als österreichischer Pegida-Sprecher in Erinnerung geblieben ist. Unterstützt wird der „Marsch für die Familie“ unter anderem vom Verein „Pro Vita“.
Ab 15.00 Uhr werden die Teilnehmer für die „klassische Form der Familie“ und gegen „gesellschaftspolitische Irrwege“ demonstrieren. Start ist dieses Jahr nicht am Stephansplatz, sondern am Albertinaplatz. Offizielle Begründung: Es werde ein „“noch größerer Besucherandrang“ erwartet. In den letzten Jahren hatten einige prominente Politiker von ÖVP und FPÖ an der Veranstaltung rechtskonservativer Christen teilgenommen.