FBI veröffentlicht Gesprächsprotokolle mit dem Orlando-Attentäter

Sagt den Beamten, dass er der Attentäter ist, und schwört dem IS-Chef seine Treue

Omar Mateen
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US-Behörden haben am Montag die Protokolle der Gespräche veröffentlicht, die Omar Mateen, der Attentäter von Orlando, mit der Polizei geführt hat. Dabei hat er unter anderem mit dem Zünden einer Autobombe und einer Sprengstoffweste gedroht.

Das geht aus den Mitschnitten und Protokollen hervor. Nach der Tat wurden allerdings weder eine Autobombe noch eine Sprengstoffweste gefunden. Mit der Drohung hielt Mateen die Beamten aber nach seinem Anschlag auf Distanz.

„Im Namen Gottes, des Allbamherzigen“

Um 2.35 Uhr rief er beispielsweise den Notruf an und führte mit dem Beamten ein 50 Sekunden dauerndes Gespräch, in dem er sich mit „Bismi llahi l-rahmani l-rahim“ meldet, auf Deutsch: „Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Allbarmherzigen“. So beginnt der Koran.

Neben anderen Zitaten aus dem Koran sagt Omar Mateen, er sei in Orlando und bekannte sich zu dem Anschlag. Anschließend schwörte er Abu Bakr al-Baghdadi, dem Führer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), die Treue. Wenig später legte er auf. Etwa zehn Minuten später begann die Polizei, mit Mateen zu verhandeln.

Aus den Protokollen geht auch hervor, dass zwischen der Attacke um 2.02 Uhr Ortszeit und dem Stürmen des „Pulse“ durch die Polizei kurz nach 5.00 Uhr keine Schüsse fielen. Omar Mateen hatte in der Nacht zum 12. Juni im „Pulse“, einem Schwulenclub in Orlando, 49 Menschen erschossen und mehr als 50 verletzt.