„Er wollte sich rächen“: Angebliches Date von Orlando-Attentäter im Interview

"Miguel" hatte mehrfach Sex mit Omar Mateen - hat er ihm den Grund für den Anschlag verraten?

Screenshot: Univision

Omar Mateen, der Attentäter von Orlando, soll eine Vorliebe für Latino-Männer gehabt haben und den Anschlag verübt haben, weil er sich von der Community zurückgewiesen gefühlt und Rache geschworen hat. Das berichtet ein Mann, der nach eigenen Angaben Sex mit Mateen gehabt hat.

„Ich glaube, diese wahnsinnige Sache, die er gemacht hat – das war Rache“, erklärt der Mann, der als „Miguel“ vorgestellt wurde und dessen Aussehen verändert wurde, im spanischsprachigen US-Sender „Univision“: „Er hat Latinos angehimmelt, schwule Latinos mit dunkler Haut – aber er fühlte sich zurückgewiesen.“

Tödliche Rache, weil er Sex mit HIV-positivem Latino hatte?

Mateen soll „Miguel“ erzählt haben, dass er einmal Sex mit einem Latino hatte, der ihm danach gesagt hat, dass er HIV-positiv sei. Nach dem HIV-Test schwor der spätere Attentäter der Community Rache. „Als ich ihn gefragt habe, was er tun wolle, hat er geantwortet: ‚Ich sorge dafür, dass sie bezahlen, für was sie getan haben‘“, erinnert sich sein mutmaßlicher Sex-Partner.

Kennengelernt will „Miguel“ Omar Mateen auf einer schwulen Dating-Seite haben. Bald entwickelte sich daraus eine „Freundschaft mit gewissen Vorzügen“. Den Mann, der später 50 Menschen ermordete, beschreibt der Latino als „sehr süßen Typen“, der „gerne geknuddelt wurde“ und Liebe gesucht habe.

Mateen soll „100 Prozent schwul“ gewesen sein

Die beiden Männer sollen sich 15 bis 20 Mal getroffen haben. Seinen Namen soll Mateen seinem Date aber nicht verraten haben. „Miguel“ wusste nur, dass er 25 Jahre alt war, verheiratet, und Vater eines Kindes. Er glaubt auch, dass Mateens Frau wusste, dass ihr Mann „100 Prozent schwul“ war und die Ehe nur geschlossen wurde, um seine sexuelle Orientierung zu verbergen.

Diese Aussagen sind nicht unwichtig: Wie der US-Sender NBC zuvor berichtet hat, soll Noor Zahi Salman mit ihrem Ehemann mindestens einmal ins „Pulse“ gefahren sein. Auch soll sie dabei gewesen sein, als Omar Mateen die Munition für den Anschlag gekauft hat. Ihr droht eine Anklage wegen Beihilfe zum Mord in 49 Fällen und zum Mordversuch in 53 Fällen.

FBI bestätigt nicht offiziell, dass Orlando-Attentäter schwul war

„Miguel“ hat dem FBI bereits sein Wissen über Omar Mateen weitergeleitet. Insgesamt drei Mal wurde er von der US-Bundespolizei befragt. Das hat auch das FBI mittlerweile bestätigt. Eine offizielle Bestätigung der Behörde über die sexuelle Orientierung des Todesschützen gibt es allerdings noch nicht.

Omar Mateen hat bei seinem Amoklauf im „Pulse“, einem vorwiegend von Latinos besuchten Schwulenclub in Orlando, 49 Menschen getötet und 53 teils lebensgefährlich verletzt. Gegenüber den Behörden hat er angegeben, aus Loyalität zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gehandelt zu haben. Bei der Erstürmung des Clubs wurde er von der Polizei erschossen.