Stonewall Inn jetzt auch offiziell ein US-Nationaldenkmal

Entsprechende Tafeln wurden nun angebracht

Stonewall Inn (Archivbild)
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Nun ist es offiziell: Das Stonewall Inn, Geburtsstätte der modernen Schwulenbewegung, ist ein Nationaldenkmal der Vereinigten Staaten von Amerika. Vertreter der Stadt New York und Aktivisten haben gestern bei einer Zeremonie ein entsprechendes Schild enthüllt. Ende der letzten Woche hat US-Präsident Barack Obama das Lokal in der Christopher Street zum Nationaldenkmal erklärt.

„Die berühmte Bar ist das erstes Nationaldenkmal der USA, das die Geschichte des Kampfs für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern erzählt“, so Obama in einem vom Weißen Haus veröffentlichten Video.

Erstes LGBT-Nationaldenkmal

Das Stonewall Inn ist damit das erste Nationaldenkmal für die LGBT-Bewegung und ihren Kampf um gleiche Rechte. Neben der Bar gehören auch der gegenüber liegende Christopher Park im Greenwich Village sowie angrenzende Straßen. Im Park gibt es bereits jetzt ein Denkmal, das an die Unruhen im Jahr 1969 erinnert.

Bei einer Polizeirazzia am 28. Juni 1969, gegen 1.20 Uhr, kam es dort zum ersten großen Aufstand von Schwulen, Drag Queens und Transgender gegen Polizeiwillkür. Zunächst warfen die Besucher die Polizisten aus dem Lokal, dann errichteten sie Straßensperren, bewarfen Polizisten mit Gegenständen und riefen „Gay Power“. Die Beamten verbarrikadierten sich aus Angst vor den Homosexuellen sogar im Gebäude des Stonewall Inn, erst nach Stunden konnte eine Sondereinheit die Situation unter Kontrolle bringen.

“Krawalle wurden zu einer Bewegung, die ein wesentlicher Teil Amerikas wurde“

„Razzien wie diese waren nichts Neues, aber diesmal hatten die Besucher genug. Also erhoben sie sich und sagten ihre Meinung. Die Krawalle wurden zu Protesten, die Proteste wurden eine Bewegung und die Bewegung wurde letztendlich ein wesentlicher Teil Amerikas“, erklärte Präsident Obama bei seiner Rede anlässlich der Ernennung des Stonewall Inn zum Nationaldenkmal.

Die Unruhen in dem Viertel von Manhattan gingen auch in den nächsten Tagen weiter. Erst nach fünf Tagen kam Greenwich Village zur Ruhe. In der letzten Nacht der Proteste kamen 1000 Menschen bei der Bar zusammen, die Wut auf die Art, wie sexuelle Minderheiten von der Polizei behandelt wurden, entlud sich in erheblichen Sachschäden.

Geburtsstunde eines neuen Selbstbewusstseins

Was blieb, war ein neues Selbstverständnis: Statt Toleranz bei Heterosexuellen ging es nun darum, öffentlich für gleiche Rechte einzutreten. Zum ersten Jahrestag der Unruhen rund um das Stonwall Inn zogen im Jahr darauf zwischen 5.000 und 10.000 Lesben und Schwule durch New York – der Beginn der Pride-Umzüge, die in Deutschland auch „Christopher Street Day“ heißen, in Erinnerung nach der Straße, in der Schwule sich erstmals gegen Willkür wehrten.