Ab heute trauen Protestanten in Berlin auch schwule und lesbische Paare

Der Traugottesdienst ist gleichgestellt, Pastoren dürfen Paare aus Gewissensgründen ablehnen

Marienkirche Berlin
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Ab heute traut die evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) auch schwule und lesbische Paare. Damit setzt sie einen entsprechenden Beschluss der Landessynode vom April um. Bis jetzt konnten Pfarrer bei homosexuellen Paaren nur kürzere Segnungsgottesdienste abhalten.

Traugottesdienste für homosexuelle Paare sind gleich wie für heterosexuelle

Die Traugottesdienste für homosexuelle Paare laufen ident zu jenen von heterosexuellen Paaren ab. Auch werden die Paare anschließend in den Kirchenbüchern vermerkt, was bis jetzt nicht der Fall war: Bereits seit 2002 gab es für schwule und lesbische Paare die Möglichkeit, ihre Beziehung in eigenen, kürzeren, Gottesdiensten segnen zu lassen.

Für Pastoren und Gemeindekirchenräten, die ein Problem mit gleichgeschlechtlichen Ehepaaren haben, hat die Synode eine Übergangsfrist geschaffen: Sie können sich in den nächsten fünf Jahren noch aus Gewissensgründen weigern, entsprechende Gottesdienste abzuhalten, müssen ihre Ablehnung aber schriftlich begründen. Auch muss die Kirche dann den betroffenen Paaren eine Alternative vermitteln.

Synode schon vor einem Jahr für die Gleichstellung

Bereits vor mehr als einem Jahr war die Öffnung der Traugottesdienste für schwule und lesbische Paare ein Thema bei den ostdeutschen Protestanten. Damals sprach sich die Synode für die Gleichstellung homosexueller Paare aus und beauftragte die Kirchenleitung damit, den diesjährigen Beschluss vorzubereiten. Rückendeckung dafür kam von Landesbischof Markus Dröge, der die Trauungen homosexueller Paare ausdrücklich begrüßt.

Von den zwanzig Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist jene für Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist die dritte, die eingetragene Partnerschaften bei Trauungen mit Ehen gleichstellt. Traugottesdienste für homosexuelle Paare sind bereits in Hessen und Nassau sowie im Rheinland möglich.