Berlin: Schwuler Flüchtling von Securities beleidigt und verprügelt

Beleidigungen und Verletzungen vor dem LaGeSo

Brandenburger Tor
Visit Berlin - CC BY-NC-ND 2.0

In Berlin soll ein Security-Mitarbeiter einen syrischen Flüchtling beleidigt und geschlagen haben, weil dieser schwul ist. Das berichtet der „Tagesspiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. Der Security-Mitarbeiter wurde wegen Körperverletzung angezeigt, der Flüchtling wegen Beleidigung. Die Polizei ermittelt.

Der Vorfall ereignete sich demnach gestern, Donnerstag, gegen 8.30 Uhr vor dem „LaGeSo“, dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in der Berliner Turmstraße. Vor dem Eingang kam es zu einem Handgemenge. Wie Jouanna Hassoun vom Flüchtlingsprojekt des Berliner Lesben- und Schwulenverband (LSVD) berichtet, hätten sich drei Security-Mitarbeiter über einen 32-jährigen Syrer, der einen Termin im LaGeSo hatte, lustig gemacht.

„Schau‘ dir diese Schwuchtel an“

„Sie hätten, so wurde mit geschildert, auf Arabisch gesagt: ‚Schau dir diese Schwuchtel an, wie der sich benimmt‘“, so Hassoun zum „Tagesspiegel“. Daraufhin habe der Syrer, der Klient im LSVD-Flüchtlingsprojekt ist, erwidert: „Ich verstehe Euch.“ Dann sei er eigenen Angaben zufolge ohne jene Vorwarnung von einem Security geschlagen worden. Dabei habe er ein blaues Auge davongetragen.

Der Syrer wurde zunächst im Krankengebäude des LaGeSo und dann in einer Klinik behandelt. Er hat das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen. Mittlerweile hat er Anzeige gegen den Security-Mitarbeiter gestellt.

Beschimpfung und Verletzung wurden angezeigt

Ein Mitglied des Sicherheitsdienst zeigte den Flüchtling wiederum wegen Beleidigung an. Ob es vor oder nach dem Handgemenge zur Beleidigung gekommen ist, kann die Polizei nicht sagen. Das LaGeSo selbst hat gegenüber dem „Tagesspiegel“ zu dem Vorfall keine Stellung genommen.