Angela Eagle: Eine Lesbe an der Spitze der Labour Party?

55-jährige Abgeordnete gilt als Favoritin für die Ablöse von Jeremy Corbyn

Angela Eagle
BBC

Die britische Labour-Party könnte schon bald ihre erste lesbische Vorsitzende haben: Die 55-jährige Angela Eagle, in der Gewerkschaft verankerte Parlamentsabgeordnete, könnte schon bald den jetzigen Parteivorsitzenden Jeremy Corbyn beerben.

Diesem vertrauen seine Abgeordneten nicht mehr – auch, wegen seinem zögernden Brexit-Kurs. Bei einer Vertrauensabstimmung nach dem Referendum stimmten nur mehr 40 Abgeordnete für ihn, 172 entzogen Corbyn das Vertrauen. Mitglieder seines Schattenkabinetts kehrten ihm reihenweise den Rücken zu. Da ein parteiinternes Schlichtungsverfahren gescheitert ist, sucht Labour nun einen neuen Kandidaten für den Parteivorsitz.

Angela Eagle hat sich offiziell um den Parteivorsitz beworben

Eine der Kandidatinnen wird Angela Eagle sein. Die 55-jährige Abgeordnete für den Wahlkreis Wallasey hat am Montag ihre Bewerbung für den Parteivorsitz der britischen Labour Party eingereicht. Sie gilt als gemäßigte Linke und war im Schattenkabinett von Corbyn.

„Ich würde das nicht tun, wenn ich nicht glauben würde, dass ich etwas anbieten kann, um unsere Partei und unser Land wieder zusammenzubringen“, so Eagle in einer Stellungnahme gegenüber dem britischen Portal PinkNews. „Und ich würde das nicht zun, wenn ich nicht glauben würde, dass ich eine gute Premierministerin für Großbritannien sein könnte.“

Kann sie die zerstrittene Partei wieder einigen?

Um beim Mitgliederentscheid über den neuen Vorsitzenden dabei zu sein, müssen 51 Labour-Abgeordnete Angela Eagle nominieren. Erste Gerüchte, dass sie Jeremy Corbyn beerben könnte, gab es bereits im April: Namhafte Abgeordnete und Förderer bezeichneten sie damals als geeignet, die Partei zu führen und zu einen.

Lesben sind in der britischen Politik sehr aktiv: In Schottland hat Labour mit Kezia Dugdale bereits eine offen lebende Lesbe als Vorsitzende, auch die schottische Konservativen-Chefin Ruth Davidson lebt offen mit ihrer Freundin. Ihre Konkurrenten, der schottische Grünen-Chef Patrick Harvie und David Coburn, Vorsitzender von UKIP Schottland, sind übrigens schwul.